{"id":7009,"date":"2021-12-07T20:25:34","date_gmt":"2021-12-07T18:25:34","guid":{"rendered":"https:\/\/stiftadmont.at\/?p=7009"},"modified":"2023-12-02T17:16:34","modified_gmt":"2023-12-02T15:16:34","slug":"ma-poiche-la-cassetta-degli-uccelli-e-gia-piena","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stiftadmont.at\/it\/blog\/da-aber-der-vogelkasten-schon-voll-ist\/","title":{"rendered":"Ma siccome la cassetta degli uccelli \u00e8 gi\u00e0 piena..."},"content":{"rendered":"<section id='lightpress__section--block_61b191236fe8e' class='lightpress__section lightpress__section--image lightpress__section-- lightpress__section--'>                        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/stiftadmont.at\/wp-content\/uploads\/Aaa-26s-69-scaled.jpg\" alt=\"Aaa 26s 69 scaled\" \/>\n<\/section>\n\n<section id='lightpress__section--block_61afa4c72651d' class='lightpress__section--default-section-space lightpress__section lightpress__section--content'><div class=\"content__inner\"\n         x-init=\"initContentBlockAnim($el)\">\n        \n    <div class=\"content__grid content__grid\">\n                                            <div class=\"content__box content__box--one-hundred\"\n                 style=\"\">\n                                \n                \n                                            <div class=\"prose\"><h2 class=\"heading-xxl line line--gold\"><span style=\"font-family: sans-serif;\">Da aber der Vogelkasten schon voll ist&#8230;<\/span><\/h2>\n<h4 class=\"heading-l\"><strong>Ein (monastisches) Leben f\u00fcr die Wissenschaft: P. Gabriel Strobl OSB<\/strong><\/h4>\n<p class=\"paragraph-m\"><strong>In der 945-j\u00e4hrigen Geschichte des Benediktinerstiftes Admont spielte der Umgang mit Kunst und Wissenschaft stets eine bedeutende Rolle. Zeugnis daf\u00fcr sind der prachtvolle \u201eWissensspeicher\u201c, die Stiftsbibliothek und die reichhaltigen Sammlungen aus verschiedenen Wissensgebieten und Epochen.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Es ist vor allem der Weitsicht vieler \u00c4bte und Prioren zu verdanken, dass sich zahlreiche M\u00f6nche dieses bedeutenden Klosters an der steirischen Enns nicht nur mit den gewachsenen Aufgaben, wie Pastoral und P\u00e4dagogik, besch\u00e4ftigten, sondern auch intensiv mit Studium und Wissenschaft auseinandersetzen konnten. Diese vision\u00e4re Offenheit der Admonter Benediktiner zieht sich wie ein roter Faden durch die Jahrhunderte der Geschichte. Gro\u00dfe und bedeutende Namen finden sich in den Annalen des Klosters: M\u00f6nche, die in unterschiedlichsten Bereichen Forschungen betrieben: Theologie, Geschichte, Musik, Philosophie, Orientalistik und eben auch \u2013 und sehr stark vertreten \u2013 die Naturwissenschaften. Bereits in den hoch- und sp\u00e4tmittelalterlichen Handschriften der Stiftsbibliothek finden sich Beweise f\u00fcr das naturwissenschaftliche Interesse der M\u00f6nche, wobei der Fokus freilich immer naturgem\u00e4\u00df bei der Theologie lag.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Ein Name muss in diesem Kontext erw\u00e4hnt werden: Abt Engelbert (Poetsch), der 1297 bis 1337 der Abtei vorstand und als ein Universalgelehrter des Mittelalters bezeichnet werden kann. Neben einer Vielzahl an Werken verschiedenster Disziplinen verfasste er einen \u201eTractatus de naturis animalium\u201c, in dem er \u00fcber das physische Wesen des Menschen als auch der Tiere schrieb.<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Das 19. Jahrhundert kann als jene Epoche gesehen werden, in der man sich in Admont intensiv mit den Naturwissenschaften zu besch\u00e4ftigen begann.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Pr\u00e4lat Gotthard Kuglmayr, Abt von 1788 bis 1818, gilt als einer der Initiatoren dieser Denkrichtung. Er selbst, den Wissenschaften und der Kunst zugeneigt, hat 1801 und 1802 eine 90-b\u00e4ndige \u201eXylothek\u201c erworben, eine forstbotanische Buchsammlung. Er war es auch, der eine reichhaltige Mineralien- und Herbariensammlung f\u00fcr sein Kloster anregte und begr\u00fcndete, die leider beim gro\u00dfen Brand 1865 zugrunde ging. Dieses \u201eNaturalien-Kabinett\u201c wurde durch zahlreiche und wertvolle arch\u00e4ologische und ethnologische Best\u00e4nde best\u00fcckt.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Mehrere Patres des Stiftes Admont haben sich im 19. Jahrhundert der Pflege der Wissenschaften gewidmet. Im Bereich der Botanik, Meteorologie und Mineralogie waren dies: P. Gotthard Wissiak (1783-1840), P. Albert von Muchar (1786-1863), P. Ignaz Sommerauer (1792-1854), P. Mauritius ab Angelis (1805-1894), P. Anton Hatzi (1816-1897), P. Theodor Gassner (1804-1876), P. Thassilo Weymayr (1825-1874), P. Blitmund Tschurtschenthaler (1825-1893), u. a.<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Der Brand des Klosters und des Marktes Admont, am 27. April 1865, hat viele Sammlungsbest\u00e4nde, gerade auch das erw\u00e4hnte \u201eNaturalien-Kabinett\u201c, vernichtet. Es sollte an einer bedeutenden Person liegen, es wieder auferstehen zu lassen.\u00a0<\/p>\n<h4>Biographie<\/h4>\n<p class=\"paragraph-s\">Karl Strobl wurde am 3. November 1846 in Unzmarkt in der \u00f6sterreichischen Steiermark geboren. Der Sohn eines Lederermeisters wuchs allerdings nach dem fr\u00fchen Tod seiner Mutter bei einer Tante, der Seilermeisterin Josefa Lucas, in der nahe dem Benediktinerstift Admont gelegenen Stadt Rottenmann auf. Josefa Lucas war um eine fundierte Ausbildung ihres Neffen bem\u00fcht. Sie schickte daher den Knaben an das Untergymnasium im Benediktinerstift Admont und sp\u00e4ter in das Obergymnasium im Benediktinerstift Kremsm\u00fcnster (Ober\u00f6sterreich).\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Schon als Sch\u00fcler in Kremsm\u00fcnster war Karl Strobl f\u00fcr die Naturwissenschaften begeistert und erforschte auf Anregung des Stiftsarztes und Botanikers Dr. P\u00f6tsch w\u00e4hrend der Ferien die Rottenmanner Tauern. Bereits in dieser Zeit begann er mit dem Sammeln und Bestimmen von Pflanzen und Insekten aller Art.\u00a0Die Matura legte er 1866 in Kremsm\u00fcnster mit ausgezeichnetem Erfolg ab.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">1866 nahm ihn Pr\u00e4lat Karlmann Hieber, Abt von 1861 bis 1868, als Novize in der Benediktinerabtei Admont auf und gab ihm den Ordensnamen \u201efrater Gabriel\u201c. Nur wenige Monate zuvor war das Kloster durch ein verheerendes Feuer stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Karl Strobl trat in eine Brandruine ein.<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Abt Karlmann erkannte sofort die Talente und Interessen des jungen Novizen und betraute den erst 20-j\u00e4hrigen Ordensmann mit der Wiederherstellung des durch den gro\u00dfen Brand v\u00f6llig zerst\u00f6rten Naturalienkabinetts. Dieser Aufgabe sollte sich Gabriel Strobl in den kommenden 44 Jahre widmen, mit enormem Flei\u00df, Akribie und Liebe.<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Diese kluge Weitsicht des Abtes Karlmann Hieber kann heute durchaus als bemerkenswert angesehen werden, einerseits aufgrund des jugendlichen Alters seines Sch\u00fctzlings; andererseits hatte der Admonter Konvent damals eine stattliche Zahl an Mitgliedern, sodass man von einem Mangel an vorhandenem Personal nicht ausgehen kann. Trotzdem wurde der junge Gabriel Strobl auserkoren, eine schier nicht zu bew\u00e4ltigende Aufgabe zu erledigen.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Der pl\u00f6tzliche Tod seines Mentors Abt Karlmann Hieber f\u00fchrte zu einer Abtwahl im Stift Admont, aus der Zeno M\u00fcller (reg. 1869 bis 1885) als neuer Oberer des Klosters hervorging. Auch er erkannte und f\u00f6rderte das Talent des jungen Klerikers Gabriel Strobl.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Selbiges taten auch seine Nachfolger, die \u00c4bte Guido Schenzl (reg. 1886 bis 1890), Kajetan Hoffmann (reg. 1890 bis 1907) und Oswin Schlammadinger (reg. 1907 bis 1935). Der R\u00fcckhalt und das Verst\u00e4ndnis der \u00c4bte dr\u00fcckten sich an den immer wieder erfolgten Erweiterungen der von Gabriel Strobl ben\u00f6tigten R\u00e4umlichkeiten aus.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">In einem Brief an Abt Guido Schenzl bittet P. Gabriel, dass die Stiftstischler einen weiteren Schaukasten f\u00fcr die Tierpr\u00e4parate herstellen m\u00f6gen, da \u201eder Vogelkasten schon voll ist\u201c.<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Die heute noch in Verwendung stehenden Vitrinen und Schauk\u00e4sten wurden in der Zeit des Abtes Kajetan angeschafft.\u00a0\u00a0Strobl studierte nach dem einj\u00e4hrigen Noviziat und der einfachen Profess an der theologischen Hauslehranstalt Admont.\u00a0\u00a0W\u00e4hrend dieser Studienjahre erforschte er das Gebiet um das Kloster und bestieg eine gro\u00dfe Zahl der umliegenden Berggipfel.\u00a0Die \u201eStroblscharte\u201c, eine Einsattlung in den Haller Mauern, ist nach ihm benannt.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Am 5. Oktober 1870 legte er in die H\u00e4nde des Abtes Zeno M\u00fcller seine feierliche Profess ab und band sich so f\u00fcr immer an die Gemeinschaft der Benediktiner von Admont. Am 18. Oktober 1870 wurde der 24-j\u00e4hrige P. Gabriel in Graz zum Priester geweiht. Seine erste heilige Messe, die Primiz, feierte er f\u00fcnf Tage sp\u00e4ter in der Stadtpfarrkirche Rottenmann, seiner Heimat.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Ab 1872 studierte er an der Universit\u00e4t Innsbruck Naturwissenschaft. Dieses Studium schloss er 1876 ab.<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Das erste Mal \u00fcbte er das Amt eines Kustos der naturwissenschaftlichen Sammlung des Stiftes Admont von 1886 bis 1889 aus. Nach dreij\u00e4hriger Unterbrechung (ausw\u00e4rtige Lehrt\u00e4tigkeit) wurde er abermals von Abt Kajetan Hoffmann in dieses Amt berufen, das er schlie\u00dflich bis zu seinem Tod im Jahr 1925 innehatte. Daneben wirkte er stets als Lehrer und sp\u00e4ter auch als Direktor des S\u00e4ngerknabeninstituts des Stiftes (bis 1910).\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Die gro\u00dfe Zahl inkorporierter Pfarren machte es notwendig, dass die Admonter Benediktiner bis auf den heutigen Tag in der Pastoral t\u00e4tig sind. Auch P. Gabriel Strobl war von dieser wichtigen Aufgabe nicht ausgenommen, wenngleich ihm (aufgrund seiner Verpflichtungen im Kloster) nur die kleine und nahe dem Stift gelegene Pfarre Weng von 1887 bis 1889 anvertraut war.<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">1907 ernannte ihn Abt Oswin Schlammadinger zum Subprior, dem Stellvertreter des Priors. Dieses innerkl\u00f6sterliche Amt \u00fcbte er schlie\u00dflich bis 1921 aus.\u00a0<\/p>\n<h4>Lehrt\u00e4tigkeit\u00a0<\/h4>\n<p class=\"paragraph-s\">Bemerkenswert in der Biographie Gabriel Strobls sind seine jahrelangen Absenzen von Admont. Das Stift betreibt bis heute ein Gymnasium (gegr\u00fcndet 1644) und f\u00fchrte daneben einige andere p\u00e4dagogische Anstalten zur Aus- und Weiterbildung der Klosterjugend. Au\u00dferdem waren dem Kloster auch personell immer wieder entferntere Schulen anvertraut, wie die Gymnasien in Graz und Judenburg. Dazu kamen noch Professuren einzelner M\u00f6nche an diversen Universit\u00e4ten. Durch die Pfarrseelsorge in weiter entlegenen Gebieten der Steiermark war eine l\u00e4ngere Abwesenheit einzelner Patres vom Kloster keine Seltenheit.<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Die Lebensgeschichte Gabriel Strobls hingegen zeigt eine Lehrt\u00e4tigkeit in zwei Gymnasien, die nicht im Einflussbereich des Stiftes Admont lagen, wenngleich sie vom selben Orden betreut wurden. Insgesamt 13 Jahre(!) lang war P. Gabriel Strobl in diesen beiden Bildungseinrichtungen besch\u00e4ftigt, w\u00e4hrend er \u201edaneben\u201c das Admonter Naturhistorische Museum aufbaute. In beiden F\u00e4llen waren es personelle M\u00e4ngel, die einen Hilferuf nach Admont n\u00f6tig machten, und die die hiesigen \u00c4bte wohlwollend durch die Person des Naturhistorikers Strobl zu l\u00f6sen vermochten.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Von 1876 bis Ende 1880 wirkte P. Gabriel als Professor f\u00fcr Naturgeschichte am Stiftsgymnasium der Benediktiner von Seitenstetten (Nieder\u00f6sterreich). In dieser Zeit wuchs sein Herbarium stetig an, einerseits durch freundschaftliche \u201eTauschverbindungen\u201c aber auch durch das Anlegen eines eigenen botanischen Gartens in Seitenstetten. Es fehlte allerdings daf\u00fcr jegliche finanzielle Unterst\u00fctzung, doch durch eine Schenkung von 2.000 Samenarten des Regierungsrates Fenzl, Direktor des botanischen Gartens Wien, konnte der Garten bepflanzt werden. Auch diese Arbeit und Pflege lag bei P. Gabriel selbst und unter Mithilfe seines Freundes, des Seitenstettener Benediktiners P. Pius Strasser.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Von 1880 bis 1886 wirkte Strobl als Professor f\u00fcr Naturgeschichte am Stiftsgymnasium der Benediktiner von Melk (Nieder\u00f6sterreich). Hier ben\u00fctzte er seine Freizeit f\u00fcr die Fertigstellung und Publikation gr\u00f6\u00dferer floristischer Werke.<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Ein zweites Mal lehrte er von 1889 bis 1892 in Seitenstetten.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">In diesen 13 Jahren Lehrt\u00e4tigkeit an den beiden Stiftsgymnasien in Nieder\u00f6sterreich sammelte Strobl zahlreiche Exponate f\u00fcr die Best\u00e4nde in Admont. Seine Ordnungst\u00e4tigkeit beschr\u00e4nkte sich in diesen Jahren freilich allein auf die Ferienzeit, die er \u2013 sofern er nicht auf Reisen war \u2013 in Admont verbrachte.\u00a0<\/p>\n<h4>Reisen und Sammlungst\u00e4tigkeit\u00a0<\/h4>\n<p class=\"paragraph-s\">1871 unternahm Gabriel Strobl seine erste botanische Reise nach Krain, Kroatien und Istrien. 1872 sammelte er in Italien und Sizilien, an der Amalfik\u00fcste, dem Vesuv und dem \u00c4tna.\u00a01873\/74 f\u00fchrten ihn weitere Reisen nach Sizilien, auf die Nebroden und wieder auf den \u00c4tna zum Studium der dortigen Flora, wobei er von den damals ber\u00fchmtesten Botanikern Italiens Parlatore, Cesati, Todaro, Tornabene und Mina-Palumbo tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzt wurde.\u00a0In seinen Innsbrucker Studienjahren (1872 bis 1876) erwanderte und erforschte er die Berge Tirols und brachte dabei eine reiche mineralogisch-geologische Sammlung nach Admont, die den Grundstock f\u00fcr das werdende Museum bildete. Diese Sammlung z\u00e4hlt 5.000 Mineralien und 1.200 geologische Stufen, wovon 500 auf die Steiermark entfallen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Seine Sammelt\u00e4tigkeit im Bereich der Mineralogie diente auch der Wiederherstellung eines Mineralienkabinetts. Durch Schenkungen, beziehungsweise Sammlungen verschiedenster Admonter Benediktiner, wie P. Thassilo Weymayr und P. Theodor Gassner, und Ank\u00e4ufe war eine gro\u00dfe Menge an Mineralien und geognostischen St\u00fccken zusammengekommen, die Strobl m\u00fchevoll bestimmte, ordnete und in gro\u00dfen Schauk\u00e4sten und Laden deponierte.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">In den Ferien 1878 unternahm er eine Reise nach S\u00fcdfrankreich und Spanien, in Begleitung des Gymnasialdirektors von Seitenstetten, dem Botaniker P. Udiskalk Sigl. Auf der Heimreise besuchten die beiden Patres die Pariser Weltausstellung. 1879 reiste er ins kroatische K\u00fcstenland und nach Dalmatien.\u00a0Seit 1880 wandte er sein Hauptinteresse der Entomologie zu. Die Insektensammlung Admonts geh\u00f6rt heute zu den gr\u00f6\u00dften in \u00d6sterreich. Sie umfasst alle Insektengruppen. In etwaigen Zahlen: 114.000 K\u00e4fer in 27.000 Formen, darunter 2.655 Arten aus der Steiermark. 32.000 palearktische und exotische Schmetterlinge in 7.590 Formen. 25.000 Hautfl\u00fcgler (Bienen, Wespen, Hummeln, etc.) in 6.100 Formen. 42.000 Fliegen in 6.300 Formen, darunter 3.695 Formen aus der Steiermark und eine weitere gro\u00dfe Zahl anderer Insektengruppen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">1896 besuchte Strobl zum ersten und einzigen Mal die transylvanischen Alpen in Siebenb\u00fcrgen.\u00a01904 reiste er abermals nach Spanien, in Begleitung seines sehr guten Freundes, des Dipterologen und Abtes von Kremsm\u00fcnster, Leander Czerny. Strobl sammelte in dieser zweimonatigen Studienreise an die 20.000 K\u00e4fer und 10.000 Fliegen.<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Wie alle anderen Sammelreisen ist diese gut dokumentiert:\u00a0Strobl und Czerny verlie\u00dfen \u00d6sterreich am 8. April 1907 und sammelten in der Gegend von Algeciras (bis 22. April), dann weiter s\u00fcdw\u00e4rts in Tarifa, San Fernande bei Cadiz, an der Sierra Nevada, im Geniltal, der Sierra Morena, in Alicante, Elche und Jativa. Strobl kannte diese Orte bereits von seinen fr\u00fcheren Reisen. Ab 14. Mai reiste er alleine weiter nach Katalonien. Abermals erhielt er Studienmaterial von spanischen Entomologen. Einige Objekte erwarb er sp\u00e4ter dauerhaft im Tausch gegen steirische Insekten. Andere Studienobjekte kamen nach seinen Forschungen nach Spanien zur\u00fcck.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Seine Forschungsergebnisse hat P. Gabriel \u2013 wie bei allen seinen Exkursionen \u2013 zwei Jahre sp\u00e4ter publiziert. In diesem Fall zusammen mit Abt Leander Czerny.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Diese vielen Studien- und Sammlungsreisen, das Ordnen, Sortieren und Bestimmen der Objekte fand einen kr\u00f6nenden H\u00f6hepunkt in der Er\u00f6ffnung des Naturhistorischen Museums im Stift Admont 1906.<\/p>\n<h4>Charakter \u2013 Krankheit \u2013 Tod<\/h4>\n<p class=\"paragraph-s\">Zeitgenossen beschreiben Gabriel Strobl als einen Mann mit aufrechtem Charakter, mit trockenem Humor und einer grundgelegten Bescheidenheit. Er konnte sich wie ein Kind freuen, wenn er einen K\u00e4fer oder eine Fliege neu entdeckte oder von einer Sammelfahrt mit reicher Ausbeute heimkehrte. Sein Flei\u00df und seine Arbeitsmoral waren unverwechselbar.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-s\">Dieser Flei\u00df, das n\u00e4chtelange Arbeiten und das gewaltige Forschungspensum d\u00fcrften jedoch mit ausschlaggebend gewesen sein, dass P. Gabriel in der Nacht auf den 7. September 1910 einen Schlaganfall erlitt, der ihn linksseitig fast vollst\u00e4ndig l\u00e4hmte. F\u00fcnfzehn Jahre lang trug er fortan dieses Schicksal gottergeben und in Geduld. Der Schlaganfall hatte sein Ged\u00e4chtnis zwar nicht eingeschr\u00e4nkt, jedoch verlor er dadurch die Freude an seinen Sammlungen, die er physisch nicht mehr betreuen konnte. Nur in den ersten Jahren seiner L\u00e4hmung verlangte er von der ihn betreuenden Krankenschwester, mit dem Rollstuhl ins Museum gef\u00fchrt zu werden.\u00a0Am 15. M\u00e4rz 1925 starb P. Gabriel Strobl im Alter von 79 Jahren. Nach den Begr\u00e4bnisfeierlichkeiten in der Stiftskirche Admont, denen Abt Oswin Schlammadinger vorstand, wurde sein Leichnam in der Kapitelgruft der Kirche begraben.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><strong>Mitgliedschaften und Ehrungen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Ehrenmitglied der Zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien<\/li>\n<li>Abonnent und Mitarbeiter an der \u00f6sterreichischen botanischen Zeitschrift<\/li>\n<li>Abonnent und Mitarbeiter an der Regensburger \u201eFlora\u201c<\/li>\n<li>Abonnent der Wiener entomologischen Zeitung<\/li>\n<li>Korrespondierendes Mitglied des Siebenb\u00fcrger Vereines f\u00fcr Naturwissenschaften<\/li>\n<li>Mitglied des Naturwissenschaftlichen Vereines Steiermark<\/li>\n<li>und mehrerer ausl\u00e4ndischer naturwissenschaftlicher Vereine.<\/li>\n<li>Ritterkreuz des Kaiser Franz Josef &#8211; Ordens\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"paragraph-s\">\u00a0<\/p>\n<\/div>\n                    \n                            <\/div>\n        \n            <\/div>\n<\/div>\n\n<\/section>\n\n<section id='lightpress__section--block_61afab4e42d13' class='lightpress__section--default-section-space lightpress__section lightpress__section--image-slider'>\n<div class=\"image-slider\"\n     x-data=\"{ gallery: null, shown: false }\"\n     x-init=\"gallery = 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