{"id":29327,"date":"2024-07-15T08:41:07","date_gmt":"2024-07-15T06:41:07","guid":{"rendered":"https:\/\/stiftadmont.at\/?page_id=29327"},"modified":"2025-02-04T11:43:18","modified_gmt":"2025-02-04T09:43:18","slug":"%e5%a5%87%e5%a6%99%e7%9a%84%e6%a0%87%e5%bf%97","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stiftadmont.at\/zh\/haus-der-begegnung-2\/spiritualitaet\/admirabile-signum-das-wunderbare-zeichen\/","title":{"rendered":"Admirabile Signum - \u5947\u5999\u7684\u6807\u5fd7"},"content":{"rendered":"<section id='lightpress__section--block_4b77042ded217ddea66487aac0ceb463' class='lightpress__section--default-section-space lightpress__section lightpress__section--content'><div class=\"content__inner\"\n         x-init=\"initContentBlockAnim($el)\">\n        \n    <div class=\"content__grid content__grid\">\n                                            <div class=\"content__box content__box--one-hundred\"\n                 style=\"\">\n                                \n                \n                                            <div class=\"prose\"><h5 class=\"heading-m line line-above line--gold text-center\">Admirabile signum &#8211; Das wunderbare Zeichen<\/h5>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Apostolisches Schreiben <strong>Admirabile signum<\/strong> des heiligen Vater Papst Franziskus \u00fcber die Bedeutung und den Wert der Weihnachtskrippe<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">1. Das wunderbare Zeichen der Krippe, die dem christlichen Volk so sehr am Herzen liegt, weckt immer wieder neu Staunen und Verwunderung. Das Ereignis der Geburt Jesu darzustellen bedeutet, das Geheimnis der Menschwerdung des Sohnes Gottes mit Einfachheit und Freude zu verk\u00fcnden. Die Krippe ist in der Tat wie ein lebendiges Evangelium, das aus den Seiten der Heiligen Schrift hervortritt. Wenn wir \u00fcber die Weihnachtsszene nachdenken, sind wir eingeladen, uns geistlich auf den Weg zu machen, uns anziehen zu lassen von der Demut des Einen, der Mensch wurde, um jedem Menschen zu begegnen. Und wir entdecken, dass er uns so sehr liebt, dass er sich mit uns vereint, damit auch wir uns mit ihm vereinen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Mit diesem Schreiben m\u00f6chte ich die sch\u00f6ne Tradition in unseren Familien st\u00fctzen, in den Tagen vor Weihnachten eine Krippe aufzubauen, als auch den guten Brauch, sie am Arbeitsplatz, in Schulen, Krankenh\u00e4usern, Gef\u00e4ngnissen, auf \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen usw. aufzustellen. In wirklich kreativem Einfallsreichtum entstehen aus den unterschiedlichsten Materialien kleine Meisterwerke, die sehr sch\u00f6n anzusehen sind. Schon als Kind w\u00e4chst man da hinein, wenn Vater und Mutter zusammen mit den Gro\u00dfeltern diesen freudigen Brauch weitervermitteln, der aus einer reichen Volksfr\u00f6mmigkeit sch\u00f6pft. Ich hoffe, dass dieses Brauchtum nie vergeht; im Gegenteil, ich hoffe, dass es dort, wo es nicht mehr gepflegt wird, wiederentdeckt und neu belebt werden kann.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">2. Die Krippe geht in ihrem Ursprung vor allem auf einige in den Evangelien beschriebene Details der Geburt Jesu in Betlehem zur\u00fcck. Beim Evangelisten Lukas hei\u00dft es einfach: Maria \u00bbgebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz f\u00fcr sie war\u00ab (2,7). Jesus wird in eine Futterkrippe gelegt (lateinisch praesepium), die der Weihnachtskrippe den Namen gibt.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Bei seinem Kommen in diese Welt findet der Sohn Gottes Platz, wo die Tiere ihr Futter fressen. Das Heu wird zur ersten Liegestatt f\u00fcr den, der sich als \u00bbdas Brot, das vom Himmel herabgekommen ist\u00ab (Joh 6,41), offenbaren wird. Auf diese Symbolik bezog sich der heilige Augustinus, wie andere Kirchenv\u00e4ter auch, wenn er schrieb: \u00bbEr lag in einer Krippe und wurde zu unserer Speise\u00ab (Sermo 189,4). Tats\u00e4chlich enth\u00e4lt die Krippe mehrere Geheimnisse des Lebens Jesu und bringt sie unserem Alltagsleben n\u00e4her.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Aber kommen wir sogleich zum Ursprung der Krippe, wie wir sie kennen. Wir begeben uns im Geist nach Greccio im Rieti-Tal; der heilige Franziskus hielt sich dort auf, als er wohl von Rom kam, wo er am 29. November 1223 von Papst Honorius III. die Best\u00e4tigung seiner Ordensregel erhalten hatte. Nach seiner Reise ins Heilige Land erinnerten ihn die dortigen H\u00f6hlen auf besondere Weise an die Landschaft von Betlehem. Und es ist m\u00f6glich, dass den Poverello von Assisi in Rom die Mosaiken der Basilika Santa Maria Maggiore mit der Darstellung der Geburt Jesu beeindruckt hatten, die sich in direkter N\u00e4he zu dem Ort befinden, wo nach alter \u00dcberlieferung Teile der Krippe Jesu aufbewahrt werden.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Die Franziskus-Quellen berichten ausf\u00fchrlich, was in Greccio geschehen ist. F\u00fcnfzehn Tage vor Weihnachten rief Franziskus einen Einheimischen namens Johannes zu sich und bat ihn um seine Mithilfe bei der Verwirklichung eines Wunsches: \u00bbIch m\u00f6chte n\u00e4mlich das Ged\u00e4chtnis an jenes Kind begehen, das in Betlehem geboren wurde, und ich m\u00f6chte die bittere Not, die es schon als kleines Kind zu leiden hatte, wie es in eine Krippe gelegt, an der Ochs und Esel standen, und wie es auf Heu gebettet wurde, so greifbar als m\u00f6glich mit leiblichen Augen schauen.\u00ab[1] Gleich nachdem er dieses Anliegen vernommen hatte, ging der treue Freund los, um am vorgesehenen Ort alles Notwendige entsprechend dem Wunsch des Heiligen vorzubereiten. Am 25. Dezember kamen viele Br\u00fcder aus verschiedenen Gegenden nach Greccio, und es kamen auch M\u00e4nner und Frauen von den umliegenden H\u00f6fen mit Blumen und Fackeln, um diese heilige Nacht zu erleuchten. Als Franziskus ankam, fand er die Krippe mit dem Heu, dem Ochsen und dem Esel. Der Anblick der Weihnachtsszene erf\u00fcllte die herbeigeeilten Menschen mit unsagbarer, nie zuvor erlebter Freude. Dann feierte der Priester \u00fcber der Krippe feierlich die Eucharistie und machte so die Verbindung zwischen der Menschwerdung des Sohnes Gottes und der Eucharistie sichtbar. Bei dieser Gelegenheit kamen in Greccio keine Figuren zum Einsatz: Die Anwesenden selbst stellten die Krippenszene dar und erlebten sie.[2]<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">So entstand unsere Tradition, als alle um die Grotte versammelt waren, von Freude erf\u00fcllt und ohne Distanz zwischen dem stattfindenden Geschehen und denen, die zu Teilnehmern an diesem Geheimnis wurden.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Der erste Biograph des heiligen Franziskus, Thomas von Celano, erinnert daran, dass zu der einfachen und ber\u00fchrenden Szene in jener Nacht noch das Geschenk einer wunderbaren Vision hinzukam: Einer der Anwesenden sah das Jesuskind selbst in der Krippe liegen. An diesem Weihnachtsfest im Jahr 1223 kehrte ein jeder \u00bbin seliger Freude nach Hause zur\u00fcck\u00ab.[3]<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">3. Der heilige Franziskus hat mit der Schlichtheit dieses Zeichens ein gro\u00dfes Werk der Evangelisierung vollbracht. Seine Lehre ist in das Herz der Christen eingedrungen und bleibt bis in unsere Tage ein authentischer Weg, um die Sch\u00f6nheit unseres Glaubens auf schlichte Weise neu darzulegen. Im \u00dcbrigen bringt auch der Ort der ersten Krippendarstellung selbst diese Gef\u00fchle zum Ausdruck und ruft sie hervor. Greccio wird zu einem Zufluchtsort f\u00fcr die Seele, die sich auf dem Felsen verbirgt, um sich von der Stille umh\u00fcllen zu lassen.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Warum bewegt uns die Krippe und bringt uns derart zum Staunen? Vor allem weil sie Gottes Z\u00e4rtlichkeit offenbart. Er, der Sch\u00f6pfer des Alls, begibt sich zu uns hernieder. Das Geschenk des Lebens, an sich schon stets ein Geheimnis f\u00fcr uns, fasziniert uns umso mehr, wenn wir sehen, dass er, der aus Maria geboren wurde, die Quelle und der Halt allen Lebens ist. In Jesus hat uns der Vater einen Bruder geschenkt, der kommt, um uns zu suchen, wenn wir orientierungslos sind und die Richtung verlieren; einen treuen Freund, der uns immer nahe ist; er hat uns seinen Sohn geschenkt, der uns vergibt und aus aller S\u00fcnde erl\u00f6st.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Das Aufbauen der Krippe in unseren H\u00e4usern hilft uns dabei, die Geschichte, die sich in Betlehem zugetragen hat, neu zu erleben. Nat\u00fcrlich bleiben die Evangelien immer die Quelle, die uns erm\u00f6glicht, mit diesem Ereignis vertraut zu werden und es zu betrachten. Und doch sind die Krippendarstellungen eine Hilfe, sich die Szenen vorzustellen; sie wecken unsere Zuneigung und laden uns ein, uns in die Heilsgeschichte einbezogen zu f\u00fchlen und dieses Ereignis mitzuerleben, das in den verschiedensten historischen und kulturellen Kontexten lebendig und aktuell ist.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Von ihren franziskanischen Urspr\u00fcngen her ist die Krippe in besonderer Weise eine Einladung, die Armut zu \u201ef\u00fchlen\u201c und zu \u201eber\u00fchren\u201c, die der Sohn Gottes bei seiner Menschwerdung f\u00fcr sich gew\u00e4hlt hat. Und so ist sie implizit ein Appell, ihm auf dem Weg der Demut, Armut und Ent\u00e4u\u00dferung zu folgen, der von der Futterkrippe in Betlehem zum Kreuz f\u00fchrt. Sie ist ein Aufruf, ihm in den bed\u00fcrftigsten Br\u00fcdern und Schwestern zu begegnen und in Barmherzigkeit zu dienen (vgl. Mt 25,31-46).<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">4. Ich m\u00f6chte nun die verschiedenen Zeichen der Krippe durchgehen, um die in ihnen enthaltene Bedeutung herauszustellen. Beim Aufbauen beginnen wir zun\u00e4chst mit dem Hintergrund des Sternenhimmels in der Dunkelheit und Stille der Nacht. Wir tun das nicht nur aus Treue zu den Evangelienberichten, sondern auch aufgrund der dieser Umgebung innewohnenden Bedeutung. Denken wir daran, wie oft Nacht unser Leben umgibt. Nun, selbst in solchen Momenten l\u00e4sst Gott uns nicht allein, sondern kommt zu uns, um den entscheidenden Fragen nach dem Sinn unserer Existenz eine Antwort zu geben: Wer bin ich? Woher komme ich? Warum wurde ich in diese Zeit hineingeboren? Warum liebe ich? Warum leide ich? Warum werde ich sterben? Um auf diese Fragen eine Antwort zu geben, wurde Gott Mensch. Seine N\u00e4he bringt Licht in die Finsternis und erleuchtet alle, die durch das Dunkel des Leidens gehen (vgl. Lk 1,79).<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Beachtung verdienen auch die weiteren Aufbauten, die Teil der Krippe sind und oft die Ruinen alter H\u00e4user und Pal\u00e4ste darstellen, die in einigen F\u00e4llen an die Stelle der Grotte von Betlehem treten und zur Wohnstatt der Heiligen Familie werden. Diese Ruinen scheinen auf die Legenda aurea des Dominikaners Jacobus de Voragine (13. Jahrhundert) zur\u00fcckzugehen. Diese berichtet von einer heidnischen Legende, wonach der Friedenstempel in Rom einst\u00fcrzen w\u00fcrde, wenn eine Jungfrau ein Kind zur Welt br\u00e4chte. Diese Ruinen sind vor allem das sichtbare Zeichen f\u00fcr die gefallene Menschheit, f\u00fcr alles, was zugrunde geht, was verdorben und verwelkt ist. Diese Szenerie besagt also, dass Jesus die Neuheit inmitten einer alten Welt ist und dass er gekommen ist, um zu heilen und wiederaufzubauen, um unser Leben und die Welt wieder in ihren urspr\u00fcnglichen Glanz zu versetzen.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">5. Welch eine Freude sollte uns erf\u00fcllen, wenn wir die Krippe mit Bergen, B\u00e4chen, Schafen und Hirten versehen! Auf diese Weise erinnern wir uns, dass \u2013 wie die Propheten verhei\u00dfen hatten \u2013 die ganze Sch\u00f6pfung am Fest des Kommens des Messias teilnimmt. Die Engel und der Stern sind Zeichen daf\u00fcr, dass auch wir aufgerufen sind, uns auf den Weg zur Grotte zu machen und den Herrn anzubeten.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00bbLasst uns nach Betlehem gehen, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr kundgetan hat\u00ab (Lk 2,15), sagen die Hirten nach der Verk\u00fcndigung der Engel. In ihrer Einfachheit enth\u00e4lt diese Schilderung eine sehr sch\u00f6ne Botschaft und Lehre f\u00fcr uns. Im Unterschied zu so vielen Menschen, die tausend andere Dinge vorhaben, werden die Hirten zu den ersten Zeugen des Wesentlichen, n\u00e4mlich des Geschenks der Erl\u00f6sung. Die Dem\u00fctigsten und \u00c4rmsten sind in der Lage, das Ereignis der Menschwerdung aufzunehmen. Die Hirten antworten Gott, der im Jesuskind auf sie zugeht, indem sie sich ihrerseits auf den Weg zu ihm machen, sodass es zu einer Begegnung der Liebe und dankbaren Staunens kommt. Gerade diese sich in Jesus ereignende Begegnung zwischen Gott und seinen Kindern verleiht unserer Religion Leben und macht ihre einzigartige Sch\u00f6nheit aus, die in besonderer Weise in der Krippe aufleuchtet.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">6. Gew\u00f6hnlich stellen wir auch viele symbolische Krippenfiguren auf, vor allem Bettler und Menschen, die keinen anderen Reichtum kennen als den des Herzens. Auch sie stehen mit vollem Recht beim Jesuskind, ohne dass sie ausgesondert oder von der Wiege weggesetzt w\u00fcrden. Sie ist n\u00e4mlich so gestaltet, dass die Armen um sie herum \u00fcberhaupt nicht st\u00f6ren. Im Gegenteil, gerade die Armen werden von diesem Geheimnis bevorzugt und sind oft diejenigen, die am besten in der Lage sind, die Gegenwart Gottes in unserer Mitte zu erkennen.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Die Armen und Einfachen in der Krippe erinnern daran, dass Gott Mensch wird f\u00fcr die, die am meisten sp\u00fcren, dass sie seiner Liebe bed\u00fcrfen, und um seine N\u00e4he bitten. Jesus, \u00bbg\u00fctig und von Herzen dem\u00fctig\u00ab (Mt 11,29), wurde arm geboren und f\u00fchrte ein einfaches Leben, um uns beizubringen, das Wesentliche zu erfassen und dementsprechend zu leben. Von der Krippe ergeht die klare Botschaft, dass wir uns nicht vom Reichtum und von so vielen fl\u00fcchtigen Gl\u00fccksangeboten t\u00e4uschen lassen d\u00fcrfen. Der Palast des Herodes steht im Hintergrund, verschlossen und taub f\u00fcr die frohe Kunde. Durch die Geburt in der Krippe beginnt Gott selbst die einzige wahre Revolution, die den Enterbten und Ausgeschlossenen Hoffnung und W\u00fcrde verleiht: die Revolution der Liebe, die Revolution der Z\u00e4rtlichkeit. Von der Krippe aus verk\u00fcndet Jesus mit sanfter Macht den Aufruf zum Teilen mit den Geringsten als dem Weg zu einer menschlicheren und solidarischeren Welt, in der niemand ausgeschlossen und an den Rand gedr\u00e4ngt wird.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Oft lieben es die Kinder, aber auch die Erwachsenen, der Krippe weitere Figuren hinzuzuf\u00fcgen, die scheinbar nichts mit den Berichten des Evangeliums zu tun haben. Doch solcher Einfallsreichtum will zum Ausdruck bringen, dass in dieser von Jesus erneuerten Welt Platz ist f\u00fcr alles Menschliche und f\u00fcr jedes Gesch\u00f6pf. Vom Hirten bis zum Schmied, vom B\u00e4cker bis zu den Musikern, von den Wasserkr\u00fcge tragenden Frauen bis zu den spielenden Kindern \u2026 All das steht f\u00fcr die Heiligkeit des Alltags, f\u00fcr die Freude, allt\u00e4gliche Dinge auf au\u00dfergew\u00f6hnliche Weise zu tun, wenn Jesus sein g\u00f6ttliches Leben mit uns teilt.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">7. Nach und nach f\u00fchrt uns die Krippenlandschaft zur Grotte hin, wo wir die Figuren von Maria und Josef finden. Maria ist eine Mutter, die ihr Kind betrachtet und es denen zeigt, die es besuchen kommen. Ihre Figur l\u00e4sst uns an das gro\u00dfe Geheimnis denken, in das dieses M\u00e4dchen miteinbezogen wurde, als Gott an die T\u00fcr ihres unbefleckten Herzens klopfte. Auf die Botschaft des Engels mit der Bitte, die Mutter Gottes zu werden, antwortete Maria in vollem und bedingungslosem Gehorsam. Ihre Worte: \u00bbSiehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast\u00ab (Lk 1,38), sind f\u00fcr uns alle ein Zeugnis daf\u00fcr, wie wir uns im Glauben dem Willen Gottes \u00fcberlassen k\u00f6nnen. Durch dieses \u201eJa\u201c wurde Maria zur Mutter des Sohnes Gottes. Ihre Jungfr\u00e4ulichkeit ging nicht verloren, sondern wurde dank des Sohnes geheiligt. Wir sehen in ihr die Mutter Gottes, die ihren Sohn nicht allein f\u00fcr sich beh\u00e4lt, sondern alle auffordert, seinem Wort zu folgen und es in die Tat umzusetzen (vgl. Joh 2,5).<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Neben Maria steht der heilige Josef in der Haltung, das Kind und seine Mutter zu besch\u00fctzen. Meist wird er mit einem Stock in der Hand dargestellt, manchmal h\u00e4lt er auch eine Lampe. Der heilige Josef spielt eine sehr wichtige Rolle im Leben von Jesus und Maria. Er ist der Besch\u00fctzer, der nie m\u00fcde wird, seine Familie zu beh\u00fcten. Als Gott ihn vor der Bedrohung durch Herodes warnt, z\u00f6gert er nicht, aufzubrechen und nach \u00c4gypten auszuwandern (vgl. Mt 2,13-15). Und als dann die Gefahr vor\u00fcber ist, bringt er die Familie nach Nazaret zur\u00fcck, wo er der erste Erzieher des Kindes bzw. des heranwachsenden Jesus sein wird. Josef trug in seinem Herzen das gro\u00dfe Geheimnis, das Jesus und Maria, seine Verlobte, umgab, und als gerechter Mann vertraute er sich immer dem Willen Gottes an und setzte ihn in die Tat um.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">8. Wenn wir zu Weihnachten die Figur des Jesuskindes hineinlegen, beginnt gleichsam das Herz der Krippe zu schlagen. Gott zeigt sich so, in einem Kind, um sich von uns in die Arme schlie\u00dfen zu lassen. In der Schwachheit und Zerbrechlichkeit verbirgt er seine alles erschaffende und verwandelnde Kraft. Es scheint unm\u00f6glich, doch so ist es: In Jesus war Gott ein Kind und in dieser Gestalt wollte er die Gr\u00f6\u00dfe seiner Liebe offenbaren, die sich in einem L\u00e4cheln zeigt und wenn es jedem seine H\u00e4nde entgegengestreckt.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Die Geburt eines Kindes weckt Freude und Staunen, denn sie konfrontiert mit dem gro\u00dfen Geheimnis des Lebens. Wenn wir sehen, wie die Augen eines jungen Ehepaars beim Anblick ihres neugeborenen Kindes leuchten, verstehen wir das Empfinden von Maria und Josef, die beim Schauen auf das Jesuskind die Gegenwart Gottes in ihrem Leben wahrnahmen.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00bbDas Leben ist erschienen\u00ab (1 Joh 1,2): So fasst der Apostel Johannes das Geheimnis der Menschwerdung zusammen. Die Krippe l\u00e4sst uns dieses einzigartige und au\u00dfergew\u00f6hnliche Ereignis sehen und ber\u00fchren, das den Lauf der Geschichte ver\u00e4ndert hat und auch zum Ausgangspunkt f\u00fcr unsere Zeitrechnung der Jahre vor und nach Christi Geburt wurde.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Gottes Handlungsweise bet\u00e4ubt gewisserma\u00dfen, denn es scheint unm\u00f6glich, dass er auf seine Herrlichkeit verzichtet, um ein Mensch zu werden wie wir. Welch eine \u00dcberraschung zu sehen, wie Gott unser Verhalten annimmt: Er schl\u00e4ft, trinkt die Milch der Mutter, weint und spielt wie alle Kinder! Gott ist wie immer verbl\u00fcffend, er ist unberechenbar und \u00fcbersteigt st\u00e4ndig unsere Kategorien. Die Krippe zeigt uns also Gott so, wie er in die Welt kam, und fordert uns damit heraus, \u00fcber unser Leben nachzudenken, das hineingenommen ist in das Leben Gottes; sie l\u00e4dt uns ein, seine J\u00fcnger zu werden, wenn wir den endg\u00fcltigen Sinn des Lebens erreichen wollen.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">9. Wenn sich das Fest der Erscheinung des Herrn n\u00e4hert, werden die Figuren der Heiligen Drei K\u00f6nige bei der Krippe aufgestellt. Als diese weisen und reichen Herren aus dem Osten den Stern aufgehen sahen, machten sie sich auf den Weg nach Betlehem, um Jesus kennenzulernen und ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben darzubringen. Diese Geschenke haben auch eine allegorische Bedeutung: mit dem Gold ehren sie das K\u00f6nigtum Jesu; mit dem Weihrauch seine G\u00f6ttlichkeit; mit der Myrrhe sein heiliges Menschsein, dem Tod und Begr\u00e4bnis beschieden sein sollte.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Wenn wir diesen Ausschnitt der Krippe betrachten, sind wir aufgerufen, \u00fcber die Verantwortung nachzudenken, die jeder Christ f\u00fcr die Ausbreitung des Evangeliums hat. Jeder von uns wird zum \u00dcberbringer der Guten Nachricht f\u00fcr alle, denen er begegnet, wenn er die Freude \u00fcber seine Begegnung mit Jesus und seine Liebe durch konkrete Taten der Barmherzigkeit bezeugt.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Die Heiligen Drei K\u00f6nige lehren, dass man von weither kommen kann, um zu Christus zu gelangen. Sie sind reiche M\u00e4nner, weise, nach Unendlichkeit d\u00fcrstende Fremde, die sich auf eine lange und gef\u00e4hrliche Reise begeben, die sie bis nach Betlehem f\u00fchrt (vgl. Mt 2,1-12). Eine gro\u00dfe Freude erf\u00fcllt sie angesichts des k\u00f6niglichen Kindes. Sie sto\u00dfen sich nicht an der \u00e4rmlichen Umgebung; sie z\u00f6gern nicht, die Knie zu beugen und es anzubeten. Als sie vor ihm stehen, begreifen sie, dass Gott, der in unumschr\u00e4nkter Weisheit den Lauf der Gestirne ordnet, ebenso den Lauf der Geschichte lenkt, indem er die M\u00e4chtigen erniedrigt und die Niedrigen erh\u00f6ht. Und sicherlich werden sie nach der R\u00fcckkehr in ihr Land diese \u00fcberraschende Begegnung mit dem Messias weitererz\u00e4hlt haben. So haben sie f\u00fcr die Reise des Evangeliums zu den Heidenv\u00f6lkern den Anfang gemacht.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">10. Vor der Krippe kehrt man im Geist gern in die Kindheit zur\u00fcck, als man ungeduldig den Zeitpunkt f\u00fcr den Krippenaufbau erwartete. Diese Erinnerungen machen uns immer wieder neu das gro\u00dfe Geschenk bewusst, das uns durch die Weitergabe des Glaubens zuteilwurde. Zugleich erinnern sie uns an die freudige Pflicht, unsere Kinder und Enkelkinder auch an eben dieser Erfahrung teilhaben zu lassen. Es ist nicht wichtig, wie man die Krippe aufstellt; es kann immer gleich sein oder jedes Jahr anders \u2013 was z\u00e4hlt, ist, dass sie zu unserem Leben spricht. Wo und in welcher Form auch immer erz\u00e4hlt die Krippe von der Liebe Gottes, des Gottes, der ein Kind geworden ist, um uns zu sagen, wie nahe er einem jedem Menschen ist, egal in welcher Situation er sich befindet.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Liebe Br\u00fcder und Schwestern, die Krippe ist ein Teil des sch\u00f6nen und anspruchsvollen Prozesses der Glaubensweitergabe. Von Kindheit an erzieht sie uns in jedem Alter dazu, Jesus zu betrachten, die Liebe Gottes zu uns zu sp\u00fcren; zu f\u00fchlen und zu glauben, dass Gott bei uns ist und wir bei ihm und dass dank dieses Kindes, des Sohnes Gottes und der Jungfrau Maria, wir alle Kinder und Geschwister sind. Und zu sp\u00fcren, dass darin das Gl\u00fcck liegt. In der Schule des heiligen Franziskus wollen wir unsere Herzen dieser einfachen Gnade \u00f6ffnen; lassen wir zu, dass aus dem Staunen ein dem\u00fctiges Gebet erw\u00e4chst: unser \u201eDanke\u201c an Gott, der alles mit uns teilen wollte, um uns nie allein zu lassen.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\"><strong>FRANZISKUS<\/strong><\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Gegeben zu Greccio, im Heiligtum der Weihnachtskrippe, am 1. Dezember 2019<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">\u00a0<\/p>\n<\/div>\n                    \n                            <\/div>\n        \n            <\/div>\n<\/div>\n\n<\/section>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"parent":29279,"menu_order":2,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[],"class_list":["post-29327","page","type-page","status-publish","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v26.0 (Yoast SEO v26.8) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>Admirabile Signum \u2013 Das wunderbare Zeichen - Stift Admont<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/stiftadmont.at\/zh\/\u5947\u9047\u8bb0-2\/\u7075\u4fee\/\u5947\u5999\u7684\u6807\u5fd7\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"zh_CN\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Admirabile Signum \u2013 Das wunderbare Zeichen\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/stiftadmont.at\/zh\/\u5947\u9047\u8bb0-2\/\u7075\u4fee\/\u5947\u5999\u7684\u6807\u5fd7\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Stift Admont\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-02-04T09:43:18+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/stiftadmont.at\/wp-content\/uploads\/Klosteranlage-innen.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1912\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"1188\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/stiftadmont.at\/haus-der-begegnung-2\/spiritualitaet\/admirabile-signum-das-wunderbare-zeichen\/\",\"url\":\"https:\/\/stiftadmont.at\/haus-der-begegnung-2\/spiritualitaet\/admirabile-signum-das-wunderbare-zeichen\/\",\"name\":\"Admirabile Signum \u2013 Das wunderbare Zeichen - 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