{"id":21043,"date":"2020-08-20T14:00:18","date_gmt":"2020-08-20T12:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/stiftadmont.at\/?p=21043"},"modified":"2026-10-20T20:21:37","modified_gmt":"2026-10-20T18:21:37","slug":"%e9%98%bf%e8%82%af%e6%b3%b0%e5%8f%8a%e5%85%b6%e9%a2%9c%e6%96%99%e7%9f%bf%e7%89%a9%e9%a2%9c%e6%96%99","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stiftadmont.at\/zh\/blog\/admont-und-seine-farben-mineralpigmente\/","title":{"rendered":"Admont \u53ca\u5176\u989c\u6599\u77ff\u7269\u989c\u6599"},"content":{"rendered":"<section class=\"firepress-section firepress-text sa-scope sa-ground sa-ground--white firepress-section--band firepress-section--background-white\">\n\t<div class=\"sa-container\">\n\t\t<div class=\"firepress-text__columns\">\n\t\t\t<div class=\"firepress-text__column sa-prose\">\n\t\t\t\t<h2 class=\"heading-xl line line--gold\">Admont \u53ca\u5176\u989c\u6599\u77ff\u7269\u989c\u6599<\/h2>\n<p class=\"paragraph-m\"><strong>20.08.2020 \u661f\u671f\u56db<\/strong><br \/>\nAls alte Kamelle wohl keine \u00dcberraschung: Die Welt um uns ist voller Farben. Ein Blick an die Decke des <a href=\"\/zh\/%e5%85%b3%e4%ba%8e%e4%bf%ae%e9%81%93%e9%99%a2%e5%9b%be%e4%b9%a6%e9%a6%86\/\">Bibliotheksaales<\/a> in Admont kann diese simple Erkenntnis unschwer unterstreichen. Man sieht dort tats\u00e4chlich noch die urspr\u00fcnglichen und von Altomonte aufgetragenen Farbpigmente. Dass sie heute noch derart deutlich leuchten hat seinen Grund nicht nur in einer sorgf\u00e4ltigen Reinigung vor wenigen Jahren. Die eigentliche Ursache dieser immer noch beeindruckenden Frische liegt in der Tatsache, dass dabei viele echte Naturfarben zum Einsatz kamen. Es sind vor allem Mineralpigmente und nat\u00fcrlich-organische Pigmente, die ihre Leuchtkraft \u00fcber lange Zeit behalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Beim Anblick des Werkes von Altomonte beginnt man au\u00dferdem zu verstehen: Die Kenntnis dieser Farben, besser gesagt deren Zusammensetzung und Herstellung, war im Hinblick auf die Originalit\u00e4t ein sorgsam geh\u00fctetes Geheimnis der damaligen K\u00fcnstler. Sie nahmen es ohne Z\u00f6gern auch mit ins Grab.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Erst der italienische Maler Cennino Cennini gab um 1400 in seinem Handbuch einen vorsichtigen Einblick in die Welt der Farbenk\u00fcche preis. Obwohl das Werk zun\u00e4chst nur durch wenige Abschriften verbreitet war, entpuppte es sich zum einflussreichen Lehrbuch \u00fcber die Malerei des Sp\u00e4tmittelalters. Selbst heute ist es noch von Bedeutung. Zumindest Kunstf\u00e4lscher k\u00f6nnten es bei Bedarf als ausgesprochen lehrreiche Informationsquelle benutzen.<\/p>\n<h3 class=\"heading-s\">Erdfarben der Steinzeit<\/h3>\n<p class=\"paragraph-m\">Dennoch, grunds\u00e4tzlich ist der Umgang mit Farben mehr als uralt. Die Farbpigmente der Felsbilder unserer fernen Vorfahren geben uns davon eindringlich Vorstellung. In den H\u00f6hlenwelten verwendeten sie Erdfarben wie Gr\u00fcnerde, Ocker oder Umbra. Stand schwarzes Mangandioxyd nicht zur Verf\u00fcgung, griffen sie zu Holz- oder Knochenkohle. F\u00fcr die H\u00f6hlenmaler hatte die Farbe Rot eines Ockers dabei m\u00f6glicherweise auch einen religi\u00f6sen Hintergrund. Sie schrieben ihr anscheinend lebensbejahende Eigenschaften zu. Daher fertigten sie Tierdarstellungen gerne in dieser Farbe an und betteten Verstorbene gelegentlich in roten Ocker. Die Haftf\u00e4higkeit auf der rauen Felsoberfl\u00e4che erreichten die K\u00fcnstler der Steinzeit vor allem durch Kalk und Wasser als Bindemittel der Pigmente.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Auch die Anwendung von K\u00f6rperfarben ist uralt und beschr\u00e4nkt sich nicht ausschlie\u00dflich auf Kriegsbemalung und besondere Festlichkeiten. Selbst die Bibel im 2. Buch der K\u00f6nige (9:30) stellt leicht irritiert fest: \u201e\u2026 als Isebel es h\u00f6rte, belegte sie ihre Augen mit Schminke\u201c. Damit trug sie jedoch lediglich, einem Modetrend der Nachbarn folgend, Antimon auf, ersatzweise auch reines Arsen. So wollte man die Augen betonen und heller erstrahlen lassen. Beides eigentlich bedenkliche Substanzen, die nach den Erdfarben und dem Ru\u00df fr\u00fch Einzug in das Leben farbenfroher Menschen hielten. Wir sollten jetzt allerdings nicht \u00fcbereilt \u00fcber deren Sch\u00e4dlichkeit sinnieren. In jenen Tagen mit wenig \u00fcppiger Lebenserwartung war derartiges Risiko eher das geringere \u00dcbel \u2013 und die Vorteile verlockend.<\/p>\n<h3 class=\"heading-s\">Rot, Gelb und Braun: Mineralpigmente aus dem Gestein<\/h3>\n<p class=\"paragraph-m\">Woher kommen nun diese Mineralpigmente, wenn nicht, wie Lapislazuli, aus dem fernen und damit extrem teuren Afghanistan? Sind sie in den Gesteinen als Eisenoxide oder Eisenhydroxide enthalten, dann sind diese Mineralpigmente gerne rot. Gelbe Gesteine wie einige Ocker enthalten dagegen eher Goethit oder Tone. Wird dieser Ocker in der Folge nat\u00fcrlich oder auch k\u00fcnstlich erhitzt, nimmt sein Rotanteil allm\u00e4hlich zu. So lie\u00dfen sich verschiedene Oranget\u00f6ne zusammenstellen. F\u00fcr die dunkleren, farbigen Schatten eines Mantels nahm man zum Beispiel besonders gerne cyprische Umbra, eine Verwandte des Ockers. Diese vermischte man mit der Ursprungsfarbe. Diese cyprische oder t\u00fcrkische Umbra wird im Handel immer noch zu hohen Preisen angeboten. Brauneisenerz wieder diente hingegen zur Gewinnung von best\u00e4ndigen braunen Farbt\u00f6nen.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Seltener, aber schon mit dem Namen hinweisend ist die verbl\u00fcffend rote F\u00e4rbung des an und f\u00fcr sich silbrig-anthrazitf\u00e4rbigen Blutsteines. Warum der Name und warum gerade rot? Reibt man diesen Schmuckstein auf einer harten, rauen und vorzugsweise wei\u00dfen Oberfl\u00e4che \u2013 wie zum Beispiel einer Elektrosicherung \u2013 oder pulverisiert man gar das Mineral, erh\u00e4lt man ein dunkelrotes Produkt \u00e4hnlich von vertrocknendem Blut. Blutstein oder fachm\u00e4nnisch H\u00e4matit ist wenig \u00fcberraschend n\u00e4mlich auch ein Eisenoxyd.<\/p>\n<h3 class=\"heading-s\">Das Blau des Lapislazuli<\/h3>\n<p class=\"paragraph-m\">Zur\u00fcck zum Blau des Lapislazuli: Noch heute entspricht der Wert von Fra Angelico Blau (Lapislazuli) in etwa dessen Gewicht in Gold.\u00a0 In unseren Sagen von den Kasermandln taucht immer wieder die Suche nach der ber\u00fchmten \u201eblauen Lasur\u201c auf. Sie sagt einiges aus \u00fcber die Wichtigkeit dieser Farbe, insbesonders f\u00fcr die Glasindustrie von Venedig (deshalb ja auch die Bezeichnung \u201eVenedigermandln\u201c). Afghanistan ist aber weit und das Geld heute wie damals gelegentlich knapp. Deshalb halfen sich schon die L\u00e4nder am Nil beim Farbton Blau gerne mit einem Gemisch aus Quarzsand, Kalk und Kupfersalzen, dem \u201e\u00c4gyptisch Blau\u201c. Damit entfernt man sich allerdings leicht von den reinen, nat\u00fcrlichen Mineralfarben.<\/p>\n<h3 class=\"heading-s\">Blaue und gr\u00fcne Mineralpigmente<\/h3>\n<p class=\"paragraph-m\">Zu den nat\u00fcrlichen Pigmenten z\u00e4hlen au\u00dferdem zwei Mineralpigmente, die seit Urzeiten in der Farbpalette der Menschen zu finden sind. Es sind das dunkelblaue Kupferoxyd Azurit und der chemisch \u00e4hnlich zusammengesetzte gr\u00fcne Malachit.\u00a0 Das seltenere, aber nat\u00fcrlich vorkommende Mineral Azurit bietet dabei ein besonders ansprechendes Blau mit einer gelegentlich sogar dunkelblauen Ausstrahlung. Gegen\u00fcber dem deutlichen Gr\u00fcn des Malachites als Kupfermineral ist das sanftere Veroneser Gr\u00fcn hingegen ein direktes Verwitterungsprodukt von vorwiegend basischen Gesteinskomponenten wie Augit oder Hornblende. Es ist nebenbei bemerkt nicht auf Verona allein beschr\u00e4nkt. Das dortige bekannte Vorkommen am Monte Baldo nutzten jedoch schon die R\u00f6mer als gr\u00fcnen Farbstoff und machten es damit ber\u00fchmt. Weitere mineralische Gr\u00fcntr\u00e4ger, wie die Glaukonite, Fuchsitglimmer oder Seladonit sind sehr selten verf\u00fcgbar. In der H\u00f6hlenmalerei kommt Gr\u00fcn \u00fcbrigens praktisch kaum vor.<\/p>\n<h3 class=\"heading-s\">Zinnober: beliebt und teuer<\/h3>\n<p class=\"paragraph-m\">Keinesfalls zu vergessen ist nicht zuletzt auch das Zinnober. Es l\u00e4sst sich in Europa zum ersten Mal im 6. Jahrhundert v. Chr. bei den Griechen nachweisen. Die R\u00f6mer bauten das rote Quecksilbererz vor allem in Almaden in Spanien in gro\u00dfen Mengen ab. Das aus dem Mineral Zinnober oder Realgar gewonnene Pigment war bei den R\u00f6mern beliebt und teuer, also schlussendlich begehrt. Umfangreiche Wandmalereien in Pompeji bezeugen dies eindrucksvoll. Nachteil dieser echten Mineralfarbe: Zinnober dunkelt besonders bei Lichteinfall allm\u00e4hlich und verliert somit allm\u00e4hlich seine besondere Strahlkraft. Der uns erst heutzutage bewusste Nachteil der zuletzt angef\u00fchrten Pigmente ist deren Gesundheitssch\u00e4dlichkeit. Sie konnte die Arbeit und das Leben der alten Meister und ihrer Helfer beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p class=\"paragraph-m\">Neben den anfangs kurz gestreiften Manganmineralien f\u00fcr die wichtigen dunklen Farbt\u00f6ne gibt es selbstverst\u00e4ndlich weitere farbige Minerale. Man braucht hierbei nur an Gold denken, weit weniger an das rasch dunkel anlaufende Silber, beziehungsweise an Minerale mit Spinellstruktur. Diese mineralischen Farbtr\u00e4ger kommen durchwegs selten vor (Rubin und Saphir sind Spinelle). Leicht zu erahnen ist daher, dass man auf andere, etwas leichter bereitzustellende Pigmente zur\u00fcckgriff. Auch die Farben aus organischen Stoffen wie Pflanzen (zum Beispiel Safran) und Tieren (wie Purpur) hielten damit, wenig \u00fcberraschend, fr\u00fch Einzug in die farbige Welt unserer Vorfahren. Aber dies ist eine andere, sozusagen organische Geschichte.<\/p>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/section>\n\n\n<section class=\"firepress-section firepress-galerie sa-scope sa-ground sa-ground--white firepress-section--band firepress-section--background-white firepress-galerie--mosaik\" data-firepress-lightbox-group>\n\t<div class=\"sa-container\">\n\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"firepress-galerie__grid firepress-galerie__grid--three\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a class=\"firepress-galerie__item is-lead\"\n\t\t\t\t\t\thref=\"https:\/\/stiftadmont.at\/wp-content\/uploads\/StiftsbibliothekAdmont_Deckenfresken@MarcelPeda-3-e1634723735843.jpg\"\n\t\t\t\t\t\tdata-firepress-lightbox\n\t\t\t\t\t\tdata-title=\"StiftsbibliothekAdmont Deckenfresken@MarcelPeda 3 e1634723735843\"\t\t\t\t\t\t>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img width=\"1024\" height=\"767\" 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