Preskoči na vsebino
Iskanje

pax.online · 20. avgust 2020

Admont in njegove barve: mineralni pigmenti

Stropna freska c Marcel Peda e1648800100168

Admont in njegove barve: Mineralni pigmenti

Četrtek, 20.08.2020
Als alte Kamelle wohl keine Überraschung: Die Welt um uns ist voller Farben. Ein Blick an die Decke des Bibliotheksaales in Admont kann diese simple Erkenntnis unschwer unterstreichen. Man sieht dort tatsächlich noch die ursprünglichen und von Altomonte aufgetragenen Farbpigmente. Dass sie heute noch derart deutlich leuchten hat seinen Grund nicht nur in einer sorgfältigen Reinigung vor wenigen Jahren. Die eigentliche Ursache dieser immer noch beeindruckenden Frische liegt in der Tatsache, dass dabei viele echte Naturfarben zum Einsatz kamen. Es sind vor allem Mineralpigmente und natürlich-organische Pigmente, die ihre Leuchtkraft über lange Zeit behalten können.

Beim Anblick des Werkes von Altomonte beginnt man außerdem zu verstehen: Die Kenntnis dieser Farben, besser gesagt deren Zusammensetzung und Herstellung, war im Hinblick auf die Originalität ein sorgsam gehütetes Geheimnis der damaligen Künstler. Sie nahmen es ohne Zögern auch mit ins Grab.

Erst der italienische Maler Cennino Cennini gab um 1400 in seinem Handbuch einen vorsichtigen Einblick in die Welt der Farbenküche preis. Obwohl das Werk zunächst nur durch wenige Abschriften verbreitet war, entpuppte es sich zum einflussreichen Lehrbuch über die Malerei des Spätmittelalters. Selbst heute ist es noch von Bedeutung. Zumindest Kunstfälscher könnten es bei Bedarf als ausgesprochen lehrreiche Informationsquelle benutzen.

Erdfarben der Steinzeit

Dennoch, grundsätzlich ist der Umgang mit Farben mehr als uralt. Die Farbpigmente der Felsbilder unserer fernen Vorfahren geben uns davon eindringlich Vorstellung. In den Höhlenwelten verwendeten sie Erdfarben wie Grünerde, Ocker oder Umbra. Stand schwarzes Mangandioxyd nicht zur Verfügung, griffen sie zu Holz- oder Knochenkohle. Für die Höhlenmaler hatte die Farbe Rot eines Ockers dabei möglicherweise auch einen religiösen Hintergrund. Sie schrieben ihr anscheinend lebensbejahende Eigenschaften zu. Daher fertigten sie Tierdarstellungen gerne in dieser Farbe an und betteten Verstorbene gelegentlich in roten Ocker. Die Haftfähigkeit auf der rauen Felsoberfläche erreichten die Künstler der Steinzeit vor allem durch Kalk und Wasser als Bindemittel der Pigmente.

Auch die Anwendung von Körperfarben ist uralt und beschränkt sich nicht ausschließlich auf Kriegsbemalung und besondere Festlichkeiten. Selbst die Bibel im 2. Buch der Könige (9:30) stellt leicht irritiert fest: „… als Isebel es hörte, belegte sie ihre Augen mit Schminke“. Damit trug sie jedoch lediglich, einem Modetrend der Nachbarn folgend, Antimon auf, ersatzweise auch reines Arsen. So wollte man die Augen betonen und heller erstrahlen lassen. Beides eigentlich bedenkliche Substanzen, die nach den Erdfarben und dem Ruß früh Einzug in das Leben farbenfroher Menschen hielten. Wir sollten jetzt allerdings nicht übereilt über deren Schädlichkeit sinnieren. In jenen Tagen mit wenig üppiger Lebenserwartung war derartiges Risiko eher das geringere Übel – und die Vorteile verlockend.

Rot, Gelb und Braun: Mineralpigmente aus dem Gestein

Woher kommen nun diese Mineralpigmente, wenn nicht, wie Lapislazuli, aus dem fernen und damit extrem teuren Afghanistan? Sind sie in den Gesteinen als Eisenoxide oder Eisenhydroxide enthalten, dann sind diese Mineralpigmente gerne rot. Gelbe Gesteine wie einige Ocker enthalten dagegen eher Goethit oder Tone. Wird dieser Ocker in der Folge natürlich oder auch künstlich erhitzt, nimmt sein Rotanteil allmählich zu. So ließen sich verschiedene Orangetöne zusammenstellen. Für die dunkleren, farbigen Schatten eines Mantels nahm man zum Beispiel besonders gerne cyprische Umbra, eine Verwandte des Ockers. Diese vermischte man mit der Ursprungsfarbe. Diese cyprische oder türkische Umbra wird im Handel immer noch zu hohen Preisen angeboten. Brauneisenerz wieder diente hingegen zur Gewinnung von beständigen braunen Farbtönen.

Seltener, aber schon mit dem Namen hinweisend ist die verblüffend rote Färbung des an und für sich silbrig-anthrazitfärbigen Blutsteines. Warum der Name und warum gerade rot? Reibt man diesen Schmuckstein auf einer harten, rauen und vorzugsweise weißen Oberfläche – wie zum Beispiel einer Elektrosicherung – oder pulverisiert man gar das Mineral, erhält man ein dunkelrotes Produkt ähnlich von vertrocknendem Blut. Blutstein oder fachmännisch Hämatit ist wenig überraschend nämlich auch ein Eisenoxyd.

Das Blau des Lapislazuli

Zurück zum Blau des Lapislazuli: Noch heute entspricht der Wert von Fra Angelico Blau (Lapislazuli) in etwa dessen Gewicht in Gold.  In unseren Sagen von den Kasermandln taucht immer wieder die Suche nach der berühmten „blauen Lasur“ auf. Sie sagt einiges aus über die Wichtigkeit dieser Farbe, insbesonders für die Glasindustrie von Venedig (deshalb ja auch die Bezeichnung „Venedigermandln“). Afghanistan ist aber weit und das Geld heute wie damals gelegentlich knapp. Deshalb halfen sich schon die Länder am Nil beim Farbton Blau gerne mit einem Gemisch aus Quarzsand, Kalk und Kupfersalzen, dem „Ägyptisch Blau“. Damit entfernt man sich allerdings leicht von den reinen, natürlichen Mineralfarben.

Blaue und grüne Mineralpigmente

Zu den natürlichen Pigmenten zählen außerdem zwei Mineralpigmente, die seit Urzeiten in der Farbpalette der Menschen zu finden sind. Es sind das dunkelblaue Kupferoxyd Azurit und der chemisch ähnlich zusammengesetzte grüne Malachit.  Das seltenere, aber natürlich vorkommende Mineral Azurit bietet dabei ein besonders ansprechendes Blau mit einer gelegentlich sogar dunkelblauen Ausstrahlung. Gegenüber dem deutlichen Grün des Malachites als Kupfermineral ist das sanftere Veroneser Grün hingegen ein direktes Verwitterungsprodukt von vorwiegend basischen Gesteinskomponenten wie Augit oder Hornblende. Es ist nebenbei bemerkt nicht auf Verona allein beschränkt. Das dortige bekannte Vorkommen am Monte Baldo nutzten jedoch schon die Römer als grünen Farbstoff und machten es damit berühmt. Weitere mineralische Grünträger, wie die Glaukonite, Fuchsitglimmer oder Seladonit sind sehr selten verfügbar. In der Höhlenmalerei kommt Grün übrigens praktisch kaum vor.

Zinnober: beliebt und teuer

Keinesfalls zu vergessen ist nicht zuletzt auch das Zinnober. Es lässt sich in Europa zum ersten Mal im 6. Jahrhundert v. Chr. bei den Griechen nachweisen. Die Römer bauten das rote Quecksilbererz vor allem in Almaden in Spanien in großen Mengen ab. Das aus dem Mineral Zinnober oder Realgar gewonnene Pigment war bei den Römern beliebt und teuer, also schlussendlich begehrt. Umfangreiche Wandmalereien in Pompeji bezeugen dies eindrucksvoll. Nachteil dieser echten Mineralfarbe: Zinnober dunkelt besonders bei Lichteinfall allmählich und verliert somit allmählich seine besondere Strahlkraft. Der uns erst heutzutage bewusste Nachteil der zuletzt angeführten Pigmente ist deren Gesundheitsschädlichkeit. Sie konnte die Arbeit und das Leben der alten Meister und ihrer Helfer beeinträchtigen.

Neben den anfangs kurz gestreiften Manganmineralien für die wichtigen dunklen Farbtöne gibt es selbstverständlich weitere farbige Minerale. Man braucht hierbei nur an Gold denken, weit weniger an das rasch dunkel anlaufende Silber, beziehungsweise an Minerale mit Spinellstruktur. Diese mineralischen Farbträger kommen durchwegs selten vor (Rubin und Saphir sind Spinelle). Leicht zu erahnen ist daher, dass man auf andere, etwas leichter bereitzustellende Pigmente zurückgriff. Auch die Farben aus organischen Stoffen wie Pflanzen (zum Beispiel Safran) und Tieren (wie Purpur) hielten damit, wenig überraschend, früh Einzug in die farbige Welt unserer Vorfahren. Aber dies ist eine andere, sozusagen organische Geschichte.

4 Slike · odpri za povečavo