blindstorey, 2003
blindstorey von Constanze Ruhm erzählt vom Kino, von der Stille, von Erinnerung und von Blindheit.
Constanze Ruhm: blindstorey, 2003
Für blindstorey entwickelte der deutsche Komponist Otto Kränzler drei zeitgenössische Kompositionen aus gesampeltem Tonmaterial. Dieses Material stammt aus drei Filmen, die sich auf die eine oder andere Weise mit dem Thema der Blindheit beschäftigen. Es sind Wait Until Dark [USA 1967, Terence Young], Night on Earth [USA 1991, Jim Jarmusch] und Until the End of the World [USA 1991, Wim Wenders]. Dabei basiert es auf akustischen Rückständen und Geräusch-Atmosphären, auf klanglichen Zwischenräumen und Leerstellen sowie auf unterschiedlichsten Formen der Stille.
Constanze Ruhm schuf blindstorey für die Produktionsreihe „Made for Admont“ – Sammlung „DEPUIS LA VUE - L'art relie les aveugles et les voyants“.
Focus de blindstorey
Die Kompositionen sind also akustische Landkarten. Sie verfolgen die vielfältigen Bewegungen von Stille, Auslassung, Unterbrechung, Geräusch und Atmosphäre in den Tonspuren der Filme nach. Zugleich zeichnen sie diese auf und komponieren sie neu. Außerdem richtet Constanze Ruhm in blindstorey den Fokus auf die barocke Bibliothek des Klosters Stift Admont. Dort sind sieben allegorische trompe l‘oeuil Deckenfresken des Malers Bartolomeo Altomonte aus den Jahren 1775/1776 zu sehen.
Zudem erzählt die blinde französische Autorin Claire Bartoli von ihrer Erfahrung als blinde Kinogängerin. Bekannt wurde sie durch einen Begleittext zur Veröffentlichung des Soundtracks zu Jean-Luc Godards Film Nouvelle Vague [F/I 1993]. Gesehene, erinnerte und (wieder)-erzählte Bild- und Tonfragmente durchziehen ihre sieben kurzen Texte. Diese berichten von Licht und Dunkelheit, von Erinnerung und Projektion sowie von den unterschiedlichen Sinneserfahrungen des Hörens und Sehens.
En collaboration avec : Fareed Armaly et Otto Kränzler Contribution textuelle : Claire Bartoli Modèles virtuels : Franz Schubert, 2003