Gotik Museum

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Sammlung Mayer – Dem Himmel Nahe 

In Form einer Schenkung und Dauerleihgaben wurde den Admonter Benediktinern vom Ehepaar Kuno und Helga Mayer aus Götzis in Vorarlberg ein bedeutender Teil ihrer Sammlung mittelalterlicher Kunst anvertraut, damit dieses gerettete Kulturgut für die Allgemeinheit und für nachfolgende Generationen dauerhaft zugänglich ist. Realisiert als permanente Ausstellung mit dem Titel „DEM HIMMEL NAHE-Sammlung Mayer“ im Erdgeschoß der Museumslandschaft des Stiftes Admont. Ein Konvolut von 85 Exponaten vom späten 14. bis zum frühen 16. Jahrhundert. Feierlich eröffnet am 1. Mai 2017. Die Präsentation der Sammlung Mayer im Stiftsmuseum ist das Spiegelbild einer kunsthistorisch relevanten Privatsammlung sowie eine Manifestation des Denkens, Fühlens und Tuns eines außergewöhnlichen Sammler-Ehepaares mit fokussiertem Augenmerk auf gotische Kunstschätze.

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Mit dem Stift Admont fand das Ehepaar Mayer jenen Partner, der den finanziellen, räumlichen und personellen Rahmen bot und ihnen großzügig den Freiraum überließ, um ihr vielschichtig durchdachtes und detailliert zu Papier gebrachtes Ausstellungskonzept für die BesucherInnen erlebbar und erkundbar umzusetzen. Ihre Gesamtkonzeption beinhaltete den Umbau der von 12 Säulen gegliederten Halle im Erdgeschoß, Anfertigung von baulichen Stilelementen, Anschaffung von Spezialvitrinen, die inhaltlich kompositorische und visuelle Kommunikation bis zur Gesamtbetextung inkl. Audioguides und Druckwerke wie den reich bebilderten Katalog zur Dauer-Ausstellung. 

Anlässlich der Eröffnung der Dauer-Ausstellung 2017 formulierte Abt Gerhard Hafner einprägsame Worte in die Zukunft: „Das Ehepaar Mayer wird sich mit dieser großzügigen und großherzigen Schenkung in das geschichtliche Langzeitgedächtnis des Stiftes Admont einschreiben. Mit viel Liebe und Hingabe haben beide diese gotischen Kunstwerke gesammelt – wir werden uns mit großer Sorgfalt und hoher Verantwortung diesem unermesslichen Schatz würdig erweisen“. Die Entscheidung für diese Wertepartnerschaft erfolgte 2014 und erwies sich als „glückliche Fügung“, da jene historisch entstandene Gotik-Lücke im Bereich des Stiftsschatzes geschlossen werden konnte, die durch zwei einschneidende Ereignisse schwere Verluste mit sich brachte: der 1856 sogenannte „große Stiftsbrand“ sowie die Notverkäufe aus den kostbaren Sammlungsbeständen aufgrund der Wirtschaftskrise in den späten 1920er und 1930er Jahren.

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„Lieblich und zart“, „Tröstend und erhebend“ postulierten Kuno und Helga Mayer in einem gemeinsam verfassten Schreiben an die BesucherInnen der Dauerausstellung ihre persönliche „Verbundenheit mit den Ausdrucksformen und der Ausdruckskraft“ der vorwiegend sakralen Skulpturen, Reliefs und Tafelbilder. „Schöne Madonnen“ aus der Zeit um 1400, Heiligendarstellungen und Szenen aus der Bibel lassen je nach Region und Zeit die unterschiedlichen Stile und Arbeitsweisen der Bildhauer bzw. der jeweiligen Werkstätten erkennen. Mit einer Sonderbriefmarke „Gotik-Sammlung Mayer im Museum Stift Admont“ (Auflage 360.000 Stück, Nennwert 135 Cent) wurde 2019 die kultur- und kunsthistorische Bedeutung der Dauer-Ausstellung von der Österreichischen Post AG gewürdigt. Und im Auftrag von Papst Franziskus erhielt Kuno Mayer im April 2018 den Silvester-Ritterorden verliehen. Diese Auszeichnung verweist auch – ganz im Sinne von Papst Franziskus – auf den Bedeutungsradius der Sammlung Mayer für das kulturelle Gedächtnis. Gesucht und wertgeschätzt wird dieser „Gotik-Hotspot“ jährlich von zahlreichen BesucherInnen des Stiftsmuseums.

Kurz nach der Eröffnung der Gotik-Dauerausstellung 2017 erkrankte Helga Mayer schwer und verstarb am 10. Oktober desselben Jahres. Am 12. Juli 2022 starb Kuno Mayer nach jahrlanger Krankheit und folgte seiner Frau Helga mit der Gewissheit nach, dass die ihnen so vertrauten Werke im Stiftsmuseum Admont eine Heimat gefunden haben und im Stiftsmuseum für die Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht wurden. Näheres zu ihrem gemeinsamen Weg für die Gotik „auf ewig“ kann in der Museumszeitung 2023 als „In Memoriam Kuno und Helga Mayer“ auf den Seiten 14-17 (als PDF downloadbar, siehe Homepage www.stiftadmont.at) nachgelesen werden. 

Ebenso nachlesbar ist ihre Initialzündung für eine Habsburgerausstellung im Stiftsmuseum mit Augenmerk auf Maximilian I., die sich im Laufe von Planungsphasen 2021 zur Sonderausstellung „WIR FRIEDRICH III. & MAXIMILIAN I. – Ihre Welt und ihre Zeit“ weitete – mit Leihgaben aus dem profanen Teil der Sammlung Mayer im Kontext von 46 Leihgeber-Institutionen. Eine Transformation dieser Sonderausstellung erfolgte 2022 mit dem Untertitel „KULTURGUT BEWEGT!“ (Siehe Museumszeitung 2021: „Friedrich III. und sein Sohn Maximilian I. – Sonderausstellung 2021“, S. 10-15 | Museumszeitung 2022: „Wir Friedrich III. & Maximilian I. – Kulturgut bewegt!“, S. 22-25 | Museumszeitung 2023: „Friedrich III. & Maximilian I. – 2021/2022 im Rückblick“, S. 18-21.)

Wir, als Stift Admont sind sehr dankbar, dass Herr DI Kuno Mayer die “Gotiksammlung Mayer” ermöglicht hat: Er ist nun nicht nur dem Himmel nahe, sondern wie unser christlicher glaube verheißt, im Himmel! Wir werden Herrn DI Kuno Mayer ein ehrendes Andenken bewahren. RIP

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