Gegenwartskunst im Museum des Stiftes Admont
Ein Dialog von Tradition und Innovation
Aktuelle Kunst in alten Mauern – Sonderausstellungen 2026: Hannes Schwarz und Josef Pillhofer
Im zweiten Obergeschoß des Museums finden seit der Eröffnung des Großmuseums im Jahre 2003 jährlich wechselnde Ausstellungen statt. 2026 wird das Werk zweier bedeutender österreichischer Künstler des 20. Jahrhunderts gezeigt. Anlässlich des 100. Geburtstags des Malers Hannes Schwarz (1926-2014) ist eine Überblicksschau zu dessen Werk zu sehen. Parallel lädt eine Ausstellung zu dem Bildhauer Josef Pillhofer (1921-2010) ein. Dadurch treten die Werke zweier zentraler Protagonisten der steirischen Kunst der Nachkriegszeit in einen Diskurs: von Hannes Schwarz werden Zeichnungen, Gemälde und Grafiken gezeigt, von Josef Pillhofer skulpturale Arbeiten, Zeichnungen, Collagen sowie eine bisher selten gezeigte Tapisserie.
Die Eröffnung der beiden Ausstellungen findet am 19. März 2026, beginnend um 17:00 Uhr im Museum des Stiftes Admont statt.
Verletzt. Hannes Schwarz in der Sammlung des Benediktinerstiftes Admont
Die Ausstellung „Verletzt“ bietet einen umfassenden Einblick in das vielschichtige Werk von Hannes Schwarz, das von existenziellen Fragestellungen und stilistischem Wandel geprägt ist. Nach frühen abstrakten Arbeiten der 1950er-Jahre und experimentellen Drucktechniken ab 1959 rückte ab Mitte der 1960er-Jahre die verletzliche, deformierte menschliche Figur in den Fokus. Ab etwa 1975 vollzog sich mit der Serie „Verletzt“ eine Zäsur hin zu reduzierten, landschaftlichen Bildräumen, in denen die Ausgesetztheit des Menschen thematisiert wird.
Gedenkprojekt Gegenwelten – Hannes Schwarz (1926-2014)
Josef Pillhofer. Zwischen Abstraktion und Figuration
Josef Pillhofer zählt zu den bedeutendsten österreichischen Bildhauern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nach Studien in Graz und Wien sowie einer prägenden Zeit in Paris entwickelte er eine eigenständige Formensprache zwischen Abstraktion und Figuration. Sein Werk, das sich intensiv mit Raum, Struktur und der menschlichen Figur auseinandersetzt, wird in Admont anhand ausgewählter Leihgaben aus Privatbesitz präsentiert.
Gegenwartskunst im Stift Admont – Tradition und Innovation im Dialog
Im Stift Admont wurde im Jahre 1997 mit dem Aufbau einer Sammlung aktueller Kunst begonnen. Der Zeitpunkt stand in direkten Zusammenhang mit der im selben Jahr in Angriff genommenen Neukonzeption des veralteten Museums. Nach fünfjähriger Umbauzeit wurde es im Jahre 2003 neu eröffnet. Das nach modernsten internationalen Kriterien ausgestattete Museum erstreckt sich über drei Etagen und das Dachgeschoß.
Die Vielfalt der Gegenwartskunst
Die Sammlung beinhaltet ebenso größere Werkgruppen ausgewählter KünstlerInnen wie etwa die 2002 an das Stift ergangene „Stiftung Hannes Schwarz“. Eine starke Gruppe konstituiert sich auch aus Werken von Vertretern der „Neuen Malerei“ der 1980er Jahre, die sich in unterschiedlichste Richtungen weiter entwickelt haben. Durch permanente Ankäufe, Dauerleihgaben und Schenkungen befindet sich die Sammlung in einem spannenden, dynamischen Aufbauprozess.
Neben Kunstwerken von arrivierten KünstlerInnen, die sich nicht nur in Österreich, sondern auch international einen Namen gemacht haben, werden auch immer wieder solche von jungen bzw. weniger bekannten, aber überzeugend arbeitenden KünstlerInnen angekauft. Wo immer möglich, ist das Stift um die Unterstützung der weiteren Entwicklungsmöglichkeiten junger, noch nicht arrivierter KünstlerInnen bemüht.
Gegenwartskunst-Sammlung seit 1997
Seit 1997 baut das Stift Admont kontinuierlich eine Gegenwartskunst-Sammlung auf. Diese Sammlung beinhaltet derzeit über 1500 Einzelwerke von über 160 vorwiegend ab Mitte des 20. Jahrhunderts in Österreich geborenen oder dort tätigen Künstlerinnen und Künstlern.
Sie setzt sich aus zwei Teilen zusammen: aus Atelier- bzw. Galerieankäufen, sowie aus MADE FOR ADMONT-Auftragskunst. Eine Reihe von Künstlerinnen und Künstlern hat in den letzten Jahren auf Einladung des Stiftes hin bedeutende Werke und Werkgruppen geschaffen.
Die Verbindung von Blinden und Sehenden
Eine weltweite Besonderheit ist die Spezial-Sammlung „JENSEITS DES SEHENS – Kunst verbindet Blinde und Sehende“.
Bei diesen seit 2002 speziell für die Admonter Sammlung entstehenden Kunstwerken steht die Wahrnehmung über die Augen nicht im Vordergrund. Mit höchstem Qualitätsanspruch sind sie für sehbeeinträchtigte, blinde und sehende Menschen konzipiert und initiieren einen Dialog.