Stiftskirche Admont © Thomas Sattler

Fördert Glaube Resilienz

Die Antwort lautet: ja. Seelische Widerstandskraft wird nicht nur vererbt, sie kann auch geformt werden. Ein wesentlicher Resilienzfaktor ist der Glaube.

Fordert Glaube Resilienz?

Mittwoch, 01.12.2021

Die Antwort lautet: ja. Seelische Widerstandskraft wird nicht nur vererbt, sie kann auch geformt werden. Ein wesentlicher Resilienzfaktor ist der Glaube.

Was andere völlig aus der Bahn wirft, kann ihnen nichts anhaben: Resiliente Menschen zerbrechen nicht an Stress und Schicksalsschlägen. Selbst im größten Übel finden sie ein Körnchen Gutes und sind der festen Überzeugung, mit ihrem Tun etwas bewirken zu können. Auch unter größtem Stress vollbringen sie Höchstleistungen und als würden sie einen unsichtbaren Schild tragen, scheinen selbst persönliche Angriffe einfach an ihnen abzuprallen. Doch woher kommt diese besondere Widerstandsfähigkeit?

Auch, wenn es manchmal den Anschein haben mag: Resilienz hat nichts mit Abhärtung oder gar Gefühlskälte zu tun. Ganz im Gegenteil. Resilienz resultiert aus einer besonderen Lebenseinstellung. Es ist die Kraft, an Widerständen nicht zu zerbrechen, sondern sich als widerstandsfähig zu erweisen. Während man lange Zeit annahm, seelische Widerstandskraft sei ein angeborener Glücksfall, ist heute ausreichend belegt: Resilienz kann man sich zum größten Teil aneignen. Was uns resilient macht und welche Rolle der christliche Glaube dabei spielt, lesen Sie hier:

 

Vertrauen stärken

Resilienz kann schon bei Kindern gefördert werden. Das Vertrauen in die eigenen Stärken und Fähigkeiten erwirbt der Mensch bereits als Kind und wird dadurch resilient. Diesen Prozess können Eltern positiv beeinflussen, indem sie eine stabile Bindung zu ihren Kindern aufbauen, ihre Bedürfnisse ernst nehmen und ihnen Vertrauen schenken. Vertrauen spielt auch im christlichen Glauben eine maßgebliche Rolle. Ein Blick in die Bibel zeigt: Wer auf Gott vertraut, geht gestärkt aus jeder Krise. Gott ist stets an unserer Seite, ein Leben lang. Davon berichtet auch die Geschichte „Spuren im Sand“ von Margaret Fishback Powers:

Eines Nachts hatte ich einen Traum. Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn. Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben. Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand, meine eigene und die meines Herrn. Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war.Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens. Besorgt fragte ich den Herrn: „Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?“ Da antwortete er: „Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.“ 

Das Vertrauen, nicht allein zu sein, sondern von Gott getragen zu werden, ist wie ein innerer Brunnen, aus dem gläubige Christen ihre Kraft schöpfen. Kraft, neuen Situationen mit Flexibilität zu begegnen. Kraft, Schicksalsschläge zu verarbeiten. Kraft, sich aufzuraffen und weiterzumachen. Ihr Glaube an Gott stärkt ihre positive Grundeinstellung und gibt ihnen Halt. Schließlich sind auch resiliente Menschen nicht davon ausgenommen, leidvolle Erfahrungen und Niederlagen zu erleben. Der Unterschied ist: Wer darauf vertraut, dass alles gut ausgehen wird, hat auch den Mut, zu neuen Ufern aufzubrechen.

 

Gemeinsam stark

Neben dem Vertrauen in Gott ist auch das Eingebunden sein in eine christliche Gemeinschaft ein wesentlicher Punkt, der gläubige Menschen resilient machen kann. Schon das Wissen, in einer Krisensituation nicht auf sich allein gestellt zu sein, verleiht die nötige Selbstsicherheit, um mit psychischer Belastung besser umgehen zu können. Dass gläubige Menschen besser durch die Corona-Krise kommen, zeigt sich auch in der Studie „Junge Deutsche 2021“. Demnach fühlen sich junge Menschen mit einem starken Glauben weniger stark durch die Pandemie belastet. Eine persönliche Gottesbeziehung stärkt also in Krisenzeiten, ganz so wie es die Geschichte von den „Spuren im Sand“ verdeutlicht: In größten Nöten und Schwierigkeiten werden wir von Gott getragen.