Wallfahrtskirche Frauenberg - Frater Josef & Frater Georg © Sabine Breitfuss

Warum junge Männer Mönche werden

WARUM JUNGE MÄNNER MÖNCHE WERDEN 

 

Für Frater Georg Roth und Frater Markus Kraemer stand schon in Kindheitstagen fest: Sie möchten Priester werden. Beide sind in das Benediktinerkloster Admont eingetreten, wo sie in einer der inkorporierten Pfarren tätig werden wollen.

Profess Markus c Thomas Sattler www

Über zwanzig Mönche leben im Benediktinerkloster in Admont. Auffallend ist das niedrige Durchschnittsalter. Einige der Ordensmänner sind gerade einmal dreißig Jahre alt. Frater Markus Kraemer ist sogar noch jünger. Im Alter von neunundzwanzig hat er die zeitliche Profess abgelegt. Ein Versprechen, sich drei Jahre lang an das Kloster zu binden. Den Wunsch, Priester zu werden, habe er schon als Kind verspürt, wie er sagt. Schlüsselerlebnis: Die Beerdigung der Mutter seiner Taufpatin. „Dabei habe ich das erste Mal die christliche Hoffnung gespürt“, erinnert sich Frater Markus. Trotz seines ursprünglichen Berufswunsches hat er Betriebswirtschaftslehre studiert. Erst später hat er zur Theologie gewechselt. Und das, „obwohl zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststand, wo die Reise eigentlich hinführen soll“, erzählt Frater Markus. Warum er sich schlussendlich für das Klosterleben entschieden hat? „Weil es für mich nie in Frage gekommen wäre, Priester in einer Diözese zu sein. Ich hatte einfach viel zu große Angst vor der Einsamkeit. Im Kloster bin ich nicht allein. Hier gibt es viele Menschen, mit denen ich zusammenlebe und gemeinsam bete. Es ist sehr familiär.“ Ob es auch Gründe gab, die dagegen sprachen? „Ja, die große Distanz zwischen dem Kloster und meinem Elternhaus.“ 

Geboren und aufgewachsen in Bonn war der Eintritt in das Benediktinerstift in Admont für Frater Markus auch räumlich gesehen ein großer Schritt: „Um die Gesundheit meines Vaters steht es nicht so gut und sollte sich sein Zustand verschlechtern, bin ich nicht gleich um die Ecke.“ Der Grund, weshalb er sich trotzdem für das Klosterleben in Admont entschieden hat, lag im Vertrauen zu Gott, wie er sagt: „Ich bin sicher, er ist da, um alles zu regeln, wenn ich es nicht kann.“

Eine Aufgabe finden 

Das Vertrauen in Gott hat auch Frater Georg Roth in seiner Entscheidung gestärkt, ein Leben als Mönch zu führen. Der Würzburger ist schon mit vierundzwanzig ins Kloster eingetreten. Das war vor acht Jahren. Damals fiel seine Wahl auf einen noch jungen Orden in Österreich. Doch „im Laufe der Jahre habe ich festgestellt, dass sich meine Vorstellungen von Heimat nicht mit jenen des Ordens decken. Also ist in mir der Entschluss gereift, in eine andere Gemeinschaft überzutreten“, sagt Frater Georg. Diese hat er im Benediktinerkloster in Admont gefunden: „Ich schätze die Verbindung zwischen dem Spirituellen und dem Praktischen.“ Eine Kombination, die sich aus der Regel des Heiligen Benedikt ergibt: Ora et labora et lege. Bete und arbeite und lies. „Es ist schön, vom gemeinsamen Gebet getragen zu werden und gleichzeitig eine Aufgabe innerhalb des Ordens ausüben zu können“, sagt Frater Georg. In seinem Fall ist es nicht nur eine Aufgabe, sondern gleich mehrere, die der angehende Theologe anstrebt. Nach seinem Studienabschluss will Frater Georg als Priester und Religionspädagoge tätig sein. Möglichkeiten, die ihm hier im Benediktinerstift Admont eröffnet werden. 

 

Keine leichte Entscheidung

Genauso wie bei Frater Markus zeigte sich auch bei Frater Georg schon als Kind der Wunsch, Priester zu werden. Doch erst nach einer Ausbildung zum Industriemechaniker hat er zu seiner Berufung zurückgefunden. Ob es auch für ihn Gründe gab, die gegen einen Eintritt in das Kloster gesprochen haben? Ja, die habe es gegeben, bestätigt Frater Thomas: „Mir war klar, dass ich meine Familie und Freunde nicht mehr so oft treffen würde. Die Entscheidung für das Klosterleben ist mir daher echt nicht leicht gefallen, weshalb ich auch Bedenkzeit gebraucht habe.“ Auch für seine Eltern und Geschwister sei die Trennung hart gewesen, sagt Frater Georg. „Da ich weiß, wie schwer es anfangs für meine Familie war, dass wir uns nun seltener sehen, bin ich umso dankbarer dafür, wie sehr sie meine Berufung, Priester und Ordensmann sein zu wollen, unterstützen.“ 

Wallfahrtskirche Frauenberg - Frater Josef & Frater Georg © Sabine Breitfuss

Dem Ruf Gottes folgen

Und was ist mit dem Wunsch, eine eigene Familie zu gründen? Die Antwort darauf überrascht: „Das war für mich nie ein Thema“, sagt Frater Georg geradeheraus. Wohl aber für Frater Markus, wie er selbst sagt: „Natürlich stellt man sich auch die Frage, ob man einmal selbst eine Familie gründen will. Aber wenn Gott einen ruft, dann sollte man auch folgen. Ich will mich auf diesen Weg einlassen. Und wenn die Konsequenz darin besteht, keine eigene Familie zu haben, dann ist es eben so. Letztendlich verzichtet man als Mönch auf einiges. Doch auf der anderen Seite bekommt man noch viel mehr geschenkt.“

Wallfahrtskirche Frauenberg - Frater Josef & Frater Georg © Sabine Breitfuss
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Stift Admont Einkleidung frater Markus 5
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Stift Admont - Profess frater Markus © Thomas Sattler
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Stift Admont Einkleidung frater Markus 7