Passion () © Stiftsgymnasium Admont

Welturaufführung des Oratoriums „Marienleben“

Als musikalischer Höhepunkt des Jubiläumsjahres „950 Jahre Stift Admont“ wird das Oratorium für Soli, Chor, Kinderchor, Orchester und Orgel am Sonntag, 23. Juni 2024, 19:00 Uhr erstmals erklingen.

Welturaufführung des Oratoriums „Marienleben“ von Franz Zebinger in der Stiftskirche Admont

Ausführende: Barbara Fink, Sopran; Klaudia Tandl, Mezzosopran; Daniel Johannsen, Tenor; Ewald Nagl, Bariton; Gerd Kenda, Bass; Nikolaus Lechthaler, Sprecher; Chöre des Stiftsgymnasiums Admont, Kirchenchor Admont; ALEA Ensemble, Studio Percussion, Ensemble Admont 950; Miriam Zebinger und Thomas Zala, Orgel; Gesamtleitung Albert Wonaschütz.

Der österreichische Komponist Franz Zebinger (geb. 1946) beschäftigt sich seit Jahren schwerpunktmäßig mit musikalischen Umsetzungen mittelalterlicher Texte. So entstand 2016 das Oratorium „Paradiesreise“ zu Texten des Minnedichters Hugo von Montfort (Uraufführung 2017 in Bruck/Mur) und 2018 als Vertonung der Versnovelle „Von der katzen“ des Herrand von Wildon das Oratorium „Die Katze“ (Uraufführung 2019 in Wildon).

Das Oratorium „Marienleben“, ein Auftragswerk des Stiftes Admont, verwendet Textpassagen aus dem gleichnamigen Werk des Kartäusermönchs Bruder Philipp. Diese zu Beginn des 14. Jahrhunderts in der damals untersteirischen Kartause Seitz (heute slowenisch Žiče) entstandene Reimdichtung wurde überaus populär, ja erwies sich als regelrechter mittelalterlicher Bestseller, wie die zahlreich erhaltenen Handschriften beweisen. Auch die Stiftsbibliothek Admont besitzt eine davon.

Der Komponist vertonte aus der umfangreichen Dichtung (mehr als 10.000 Verse!) vor allem Abschnitte, in denen die liebevolle Beziehung zwischen der Mutter Maria und ihrem Sohn Jesus geschildert wird. In einem bunten Bogen spannt sich das Geschehen über die Geburt in Bethlehem, den zwölfjährigen Jesus im Tempel, die Hochzeit zu Kana, den Schmerz der Mutter unter dem Kreuz, die Freude über die Auferstehung ihres Sohnes, schließlich die Aufnahme Marias in den Himmel unter Jubel und Gesang der Engel.

Alle Texte werden im mittelhochdeutschen Originalwortlaut gesungen. Das Verständnis wird aber nicht darunter leiden, denn der Sprecher Nikolaus Lechthaler wird mit Übertragungen in heutiges Deutsch quasi als Simultandolmetscher fungieren.

Die Orchesterbesetzung wird durch Instrumente wie Akkordeon, Saxophon, Hackbrett und ein reichhaltiges Schlagwerk erweitert.

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