950 Jahre lebendiges Kloster

1074 – 2024

Zeitreise

950 Jahre
lebendiges Kloster.

JAHRHUNDERT

11 00

DAS 11. JAHRHUNDERT

Am 29. September des Jahres 1074 weihte Erzbischof Gebhard von Salzburg im Beisein vieler kirchlicher und weltlicher Würdenträger im steirischen Örtchen Admont ein Benediktinerkloster ein. Die Gründung basierte auf einer reichen Schenkung (Stiftung, daher der Name „Stift“) der Gräfin Hemma von Gurk. Die ersten 12 Mönche kamen aus dem alten Kloster St. Peter in Salzburg nach Admont. Der erste Klosterbau war freilich dementsprechend einfach gestaltet. Der Ort für die Klostergründung wurde bewusst ausgewählt, da hier bereits eine Infrastruktur vorhanden war (die Pfarre St. Amand in Admont, der Salzabbau in Hall). Admont sollte ein Hort des strengen Reformgeistes von Cluny und Hirsau werden, es war also eines der vielen neugegründeten Reformklöster des 11. Jahrhunderts. Die Klostergründung fiel in eine schwierige Zeit: Es war die Epoche des Investiturstreits zwischen Kaiser und Papst. Da Admont eine Salzburger Gründung war, kam es zu immer wiederkehrenden Überfällen der kaiserlichen Partei auf das junge Kloster.

1043

Die Hl. Hemma schenkt dem Salzburger Erzbischof Balduin weite Teile ihrer Besitzungen mit dem ausdrücklichen Wunsch ein …

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Grußkarte Hl Hemma von Gurk von Pater Erwin Ehweiner OSB

Grußkarte Hl Hemma von Gurk von Pater Erwin Ehweiner OSB

1074

Einweihung des Benediktinerklosters
Admont durch Erzbischof
Gebhard von Salzburg

12 00

DAS 12. JAHRHUNDERT

Am 29. September des Jahres 1074 weihte Erzbischof Gebhard von Salzburg im Beisein vieler kirchlicher und weltlicher Würdenträger im steirischen Örtchen Admont ein Benediktinerkloster ein. Die Gründung basierte auf einer reichen Schenkung (Stiftung, daher der Name „Stift“) der Gräfin Hemma von Gurk. Die ersten 12 Mönche kamen aus dem alten Kloster St. Peter in Salzburg nach Admont. Der erste Klosterbau war freilich dementsprechend einfach gestaltet. Der Ort für die Klostergründung wurde bewusst ausgewählt, da hier bereits eine Infrastruktur vorhanden war (die Pfarre St. Amand in Admont, der Salzabbau in Hall). Admont sollte ein Hort des strengen Reformgeistes von Cluny und Hirsau werden, es war also eines der vielen neugegründeten Reformklöster des 11. Jahrhunderts. Die Klostergründung fiel in eine schwierige Zeit: Es war die Epoche des Investiturstreits zwischen Kaiser und Papst. Da Admont eine Salzburger Gründung war, kam es zu immer wiederkehrenden Überfällen der kaiserlichen Partei auf das junge Kloster.

1103

Die Admonter Mönche wählen das erste Mal selbst einen Abt und zwar Heinrich I. (aus Kremsmünster). Dieser stirbt in der …

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1120

Abt Wolfhold aus St. Georgen im Schwarzwald errichtete in unmittelbarer Nähe ein Frauenkloster.

1134

20 Admonter Nonnen wurden nach St. Georgen geschickt zur Reformation des Klosters.

1152

In der Nacht vom 10. zum 11. März brennt es im Heizwerk mitten im Stift Admont. Ein Augenzeugenbericht von P. Irimbert f…

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1165

Mit Abt Liutold wählen die Admonter Konventualen zum ersten Mal einen Mitbruder aus den eigenen Reihen zum Abt.

1180

Die Steiermark wurde zum Herzogtum erhoben.

1185

Betätigung der Besitzung durch Papst Lucius III.

Bildschirmfoto um

Bildschirmfoto um

1189

In diesem Jahr wird Rudolf II. zum Abt von Admont gewählt. In seiner Zeit fallen viele Pfarren an das Stift Admont. Viel…

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13 00

DAS 13. JAHRHUNDERT

Am 29. September des Jahres 1074 weihte Erzbischof Gebhard von Salzburg im Beisein vieler kirchlicher und weltlicher Würdenträger im steirischen Örtchen Admont ein Benediktinerkloster ein. Die Gründung basierte auf eine reiche Schenkung (Stiftung, daher der Name „Stift“) der Gräfin Hemma von Gurk. Die ersten 12 Mönche kamen aus dem alten Kloster St. Peter in Salzburg nach Admont. Der erste Klosterbau war freilich dementsprechend einfach gestaltet. Der Ort für die Klostergründung wurde bewusst ausgewählt, da hier bereits eine Infrastruktur vorhanden war (die Pfarre St. Amand in Admont, der Salzabbau in Hall). Admont sollte ein Hort des strengen Reformgeistes von Cluny und Hirsau werden, es war also eines der vielen neugegründeten Reformklöster des 11. Jahrhunderts. Die Klostergründung fiel in eine schwierige Zeit: Es war die Epoche des Investiturstreits zwischen Kaiser und Papst. Da Admont eine Salzburger Gründung war, kam es zu immer wiederkehrenden Überfällen der kaiserlichen Partei auf das junge Kloster.

1213

Der Admonter Mönch Dietmar wurde zum Abt von Seitenstetten gewählt

1218

Errichtung der Diözese Seckau

Bildschirmfoto um

1230

Papst Gregor IX. verleiht den Äbten von Admont das Recht zum Tragen der Mitra bei feierlichen Gottesdiensten. Der erste …

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1234

20 Admonter Nonnen wurden nach St. Georgen geschickt zur Reformation des Klosters.

1235

Kaiser Friedrich stattete dem Stift Admont auf seiner Reise von Aquileja nach Worms einen mehrtägigen Besuch ab

Burg Gallenstein in St. Gallen im Jahre 1845

Burg Gallenstein in St. Gallen im Jahre 1845

1261

In diesem Jahr bricht eine große Hungersnot aus und die Mönche flohen in das Salzburger Mutterkloster St. Peter und blei…

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1275

In diesem Jahr wird Heinrich II. zum Abt gewählt. Aufgrund seines wirtschaftlichen Geschickes wird er auch der ,,zweite …

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1280

Das Stift Admont wurde durch den Admonter-Hof auch in der Landeshauptstadt Graz repräsentiert, dieser wurde erst im Jahr…

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1297

Mit Engelbert Poetsch wird einer der universalsten Geister des mittelalterlichen Österreichs zum Abt gewählt. Sein Anden…

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14 00

DAS 14.JAHRHUNDERT

1300

Admonter Madonna:
Um 1300 Nachbildung nach der Kopie in der Stiftskirche Admont

Stift Admont - Madonna Statue Stiftskirche Admont © Thomas Sattler

Madonna Statue in der Stiftskirche Admont

1360

Gold-, Seiden- und Perlenstickerei auf Leinengrund:
Die Tradition des Stiftes Admont bringt die Mitra mit Erzbis…

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15 00

DAS 15. JAHRHUNDERT

1400

Schon kurz nach der Gründung des Stiftes im Jahre 1074 lässt sich in alten Schriften eine klösterliche Hausapotheke nach…

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Stiftsapotheke Admont © Thomas Sattler

Stiftsapotheke Admont

Stiftsapotheke Admont © Thomas Sattler

Stiftsapotheke Admont

1410

In diesem Jahr wird die Wallfahrtskirche Frauenberg an der Enns zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Damals gewährte der G…

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Siegel der Pfarre Frauenberg an der Enns von Pater Erwin Ehweiner OSB

Siegel der Pfarre Frauenberg an der Enns von Pater Erwin Ehweiner OSB

1451

Durch einen Beschluss der Salzburger Synode werden alle Benediktinerklöster in der Erzdiözese sowie in den Suffraganbist…

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1483

In diesem Jahr setzt Kaiser Friedrich III. mit Abt Antonius Gottesgnad einen Minoriten aus Venedig in Admont ein. Er gil…

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16 00

DAS 16. JAHRHUNDERT

1581

Die Reformation fiel in Admont auf fruchtbaren Boden, im Kloster leben nur mehr zwei Patres. Das Frauenkloster wird ganz…

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17 00

DAS 17. JAHRHUNDERT

1628

Urban Weber wird zum 47. Abt gewählt. Er wird aufgrund seiner großen Bautätigkeit der ,,dritte Gründer“ genannt. In sein…

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1644

Abt Urban gründet das Gymnasium und lässt unter anderem in Frauenberg an der Enns einen barocken Pfarrhof errichten. Im …

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1675

In diesem Jahr wird mit Adalbert Heufler zu Rasen und Höhenbühel ein großer Förderer der Wallfahrtskirche Frauenberg an …

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1680

Ein Feuer zerstört das stiftische Zeughaus.

1680

Der Weihnachtsornat
Das kirchliche Festtagsgewand besteht aus purer Seide und wurde 1680 von Frater Benno Haan ge…

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18 00

DAS 18. JAHRHUNDERT

1712

1712 ließ Abt Anselm Luerzer von Zechenthal das alte Refektorium schleifen und errichtete an gleicher Stelle einen neuen…

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1726

In diesem Jahr beginnt der für Admont wichtige Künstler Joseph Stammel seine Arbeit.
Die vier letzten Dinge:
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Stift Admont - Die vier letzten Dinge von Josef Stammel

Klosterbibliothek – Die vier letzten Dinge – Der Tod

Stift Admont - Die vier letzten Dinge von Josef Stammel

Klosterbibliothek – Die vier letzten Dinge – Die Auferstehung

Stift Admont - Die vier letzten Dinge von Josef Stammel

Klosterbibliothek – Die vier letzten Dinge – Die Hölle

Stift Admont - Die vier letzten Dinge von Josef Stammel

Klosterbibliothek – Die vier letzten Dinge – Der Himmel

Weihnachtskrippe Stiftskirche Stammel382

Weihnachtskrippe Stiftskirche

1776

Die im Jahr 1776 fertiggestellte Stiftsbibliothek wurde in der Vergangenheit als „Achtes Weltwunder“ bezeichnet, sie ist…

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Stift Admont - Weltgrößte Klosterbibliothek © Stefan Leitner

Weltgrößte Klosterbibliothek © Stefan Leitner

1786

Das Admonter Stiftsgymnasium wird nach Leoben verlegt.

19 00

DAS 19. JAHRHUNDERT

1865

Ein großer Brand zerstört 1865 weite Teile des Klosters mit Ausnahme der Bibliothek. In den Folgejahren wurden die Stift…

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1869

Nach dem verheerenden Brand wird die neue Stiftskirche geweiht.

Stiftskirche Admont © Stefan Leitner

Stiftskirche Admont © Stefan Leitner

1883

In Graz wird im Admonterhof der erste Kastner&Öhler eröffnet.

1898

Pater Gabriel Strobl errichtet das Naturhistorische Museum.

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Naturhistorisches Museum © Stefan Leitner

20 00

DAS 20. JAHRHUNDERT

STIFT ADMONT IM ZWEITEN WELTKRIEG

Mit dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich im März 1938 begann für das geistliche Leben in Admont, wie in vielen anderen Klöstern auch, eine Zeit der Einschränkungen, Entbehrungen und letztlich des Exils. Das Benediktinerstift Admont hatte im Jahr 1938 einen Personalstand von 57 Mönchen. Der Großteil des Konvents wohnte in den inkorporierten Pfarren, etwa 20 Benediktiner lebten, beteten und arbeiteten im Stift.
Abtkoadjutor Bonifaz Zölss leitete die Gemeinschaft, an seiner Seite stand P. Prior Franz Biesenberger. Zölss kann mit Recht als einer der bedeutendsten Äbte Admonts gesehen werden. Seine Rolle zur Zeit der Wirtschaftskrise der 1930er Jahre, als DER Motor des Gemeinschaftslebens in der Zeit der Verbannung und als Restaurator des Stiftes nach dem Zweiten Weltkrieg, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Wie kein anderer Abt von Admont vor ihm hat er mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, die Gemeinschaft zusammen zuhalten. Dies belegen vor allem seine zahlreichen „Rundbriefe“, die er aus dem Exil mit Schreibmaschine verfasst hat. Das Wiedererstehen Admonts nach 1945, personell, geistlich und wirtschaftlich, ist sein großes Verdienst. P. Bonifaz Zölss wurde 1935 nach dem vorzeitigen Rücktritt des Abtes Oswin Schlammadinger als apostolischer Administrator nach Admont verpflichtet, um die darniederliegende Wirtschaft des Stiftes zu sanieren. Natürlich war die Begeisterung des Konvents über diesen „auswärtigen“ Oberen vorerst nicht sonderlich groß. Respekt und Ansehen erwarb sich der „Kremsmünsterer“ jedoch schon bald, da es ihm tatsächlich gelang, eine positive Änderung der tristen Lage herbeizuführen.

1906

Kaiser Franz Joseph besucht das Stift Admont.

1911

Das erste E-Werk des Stiftes wird in der Mühlau in Betrieb genommen.

1938

Zu Beginn des Jahres 1938 war die stiftische Wirtschaft stabil und konsolidiert. Wohl bereits in Voraussicht einer anbre…

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1939

Nur mehr neun Benediktiner lebten zusammengepfercht im beschlagnahmten Stiftsgebäude. Andere Patres waren bereits des La…

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Scan

1940

Es erfolgte am 19. November 1939 die vollständige Enteignung des gesamten beweglichen und unbeweglichen, mittelbaren und…

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Beitrag WK Stammelkapelle

Stammelkapelle

Beitrag WK

1945

Der Zweite Weltkrieg endete in Europa am 8. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht. Russische Trupp…

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PM WK

PM WK

PM WK

PM WK

1956

Koloman Holzinger OSB, geboren am 13. Jänner 1915 in Bad Hall, war ein Benediktiner und von 1956 bis zu seinem Tod 1978 …

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Abt Kolomann Foto

Abt Koloman Holzinger

1974

Zum 900. Geburtstag errichtet das Stift ein neues Schulgebäude in Admont. Seit diesem Jahr werden auch Mädchen aufgenomm…

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1996

Bruno Hubl wird zum Abt gewählt. Im Kloster wurde er 1978 von Abt Benedikt Schlömicher zum Prior ernannt, daneben war er…

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Alt-Abt Bruno Hubl, O.S.B

21 00

DAS 21. JAHRHUNDERT

2003

Das Benediktinerstift Admont beherbergt neben einer spätbarocken Stiftsbibliothek seit 2003 ein großes Museum, das sich …

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Stift Admont - Museum © Stefan Leitner

Stift Admont – Museum © Stefan Leitner

Stift Admont - Kunsthistorisches Museum © Marcel Peda

Stift Admont – Kunsthistorisches Museum © Marcel Peda

Museumswerkstatt www

Museumswerkstatt

Naturhistorisches Museum Wachsfruechtesammlung www

Naturhistorisches Museum Wachsfruechtesammlung

2008

Bibliotheksrestaurierung: Ein Jahrhundert-Projekt wurde erfolgreich abgeschlossen. Seit der Fertigstellung des Bibliothe…

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Bibliotheksrestaurierung1

Bibliotheksrestaurierung

Bibliothek Restaurierung Fresken www

Bibliothek Restaurierung Fresken

2015

Der gesamte Buchbestand der barocken Stiftsbibliothek wird nach einer notwendigen Begasung (Schädlingsbefall) gereinigt….

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2017

Unter dem Vorsitz des Abtpräses der Österreichischen Benediktinerkongregation Christian Haidinger wurde Abt Gerhard Hafn…

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Stift Admont - Amtsübernahme Abt Gerhard 2017 © Marcel Peda

Amtsübernahme Abt Gerhard 2017

Stift Admont - Amtsübernahme Abt Gerhard 2017 © Marcel Peda

Amtsübernahme Abt Gerhard 2017

Stift Admont - Amtsübernahme Abt Gerhard 2017 © Marcel Peda

Amtsübernahme Abt Gerhard 2017

Stift Admont - Amtsübernahme Abt Gerhard 2017 © Marcel Peda

Amtsübernahme Abt Gerhard 2017

1043

Die Hl. Hemma schenkt dem Salzburger Erzbischof Balduin weite Teile ihrer Besitzungen mit dem ausdrücklichen Wunsch ein Kloster an der Enns zu gründen.

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1103

Die Admonter Mönche wählen das erste Mal selbst einen Abt und zwar Heinrich I. (aus Kremsmünster). Dieser stirbt in der hochwasserführenden Enns 1112.

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1152

In der Nacht vom 10. zum 11. März brennt es im Heizwerk mitten im Stift Admont. Ein Augenzeugenbericht von P. Irimbert findet sich im Codex 16 im Stiftsarchiv zwischen dem Kommentar über die Bücher der Könige. Bereits im Herbst erfolgte die Weihe der neu errichteten Gebäude.

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1189

In diesem Jahr wird Rudolf II. zum Abt von Admont gewählt. In seiner Zeit fallen viele Pfarren an das Stift Admont. Viele davon werden auch heute noch von Admonter Patres betreut.

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1230

Papst Gregor IX. verleiht den Äbten von Admont das Recht zum Tragen der Mitra bei feierlichen Gottesdiensten. Der erste Abt mit Mitra war Berthold I.

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1261

In diesem Jahr bricht eine große Hungersnot aus und die Mönche flohen in das Salzburger Mutterkloster St. Peter und bleiben zwei Jahre dort.

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1275

In diesem Jahr wird Heinrich II. zum Abt gewählt. Aufgrund seines wirtschaftlichen Geschickes wird er auch der ,,zweite Gründer“ genannt. Später wirkt er auch als Landeshauptmann der Steiermark. Er ist der einzige Admonter Abt der ermordet wurde und zwar im Jahr 1297 durch seinen Neffen auf der Kaiserau.

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1280

Das Stift Admont wurde durch den Admonter-Hof auch in der Landeshauptstadt Graz repräsentiert, dieser wurde erst im Jahr 1935 wieder verkauft.

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1297

Mit Engelbert Poetsch wird einer der universalsten Geister des mittelalterlichen Österreichs zum Abt gewählt. Sein Andenken wird im Haus seit eh und je in hohen Ehren gehalten: Mitunter hat man ihn sogar stillschweigend der Schar der Heiligen zugezählt. Seit Jahrhunderten trägt jeweils ein Klosterangehöriger seinen Namen.

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1360

Gold-, Seiden- und Perlenstickerei auf Leinengrund:
Die Tradition des Stiftes Admont bringt die Mitra mit Erzbischof Gebhard in Verbindung. Sie entstand wohl in den 1360er Jahren, vielleicht noch in der Regierungszeit von Abt Ulrich, der als päpstlich verliehenes Privileg an die Admonter Äbte eine Mitra, also eine liturgische Kopfbedeckung von Bischöfen, tragen durfte. Vorne ist das Figurenpaar der Maria und des Hl. Blasius zu sehen. In den Nackenbänder-Medaillons finden sich Brustbilder der 12 Apostel.

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1400

Schon kurz nach der Gründung des Stiftes im Jahre 1074 lässt sich in alten Schriften eine klösterliche Hausapotheke nachvollziehen, die ab dem 15 Jahrhundert auch der allgemeinen Bevölkerung dienlich wurde.

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1410

In diesem Jahr wird die Wallfahrtskirche Frauenberg an der Enns zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Damals gewährte der Gegenpapst Johannes XXIII. verschiedene Ablässe.

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1451

Durch einen Beschluss der Salzburger Synode werden alle Benediktinerklöster in der Erzdiözese sowie in den Suffraganbistümern reformiert. Diese sogenannte ,,Melker Reform“ soll das Leben nach der Regel des Hl. Benedikt durch strengere Lebensführung und eine Hebung der Disziplin bewirken.

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1483

In diesem Jahr setzt Kaiser Friedrich III. mit Abt Antonius Gottesgnad einen Minoriten aus Venedig in Admont ein. Er gilt als ausgezeichneter Repräsentant des Humanismus. Neben zahlreichen Erwerbungen köstbarer Handschriften für die Bibliothek legte er auch den Grundstein für die Wallfahrtskirche Frauenberg Maria Rehkogel im heutigen Bruck/Mur.

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1581

Die Reformation fiel in Admont auf fruchtbaren Boden, im Kloster leben nur mehr zwei Patres. Das Frauenkloster wird ganz aufgelassen. In diesem Jahr übernimmt Johannes IV. Hofmann, aus St. Lambrecht, das Amt des Abtes. Unter ihm erlebt das Kloster ein Wiederaufleben: 24 Mönche legen in seine Hände die Gelübde ab. Er gilt als Zugpferd der Gegenreformation des Ennstales.

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1628

Urban Weber wird zum 47. Abt gewählt. Er wird aufgrund seiner großen Bautätigkeit der ,,dritte Gründer“ genannt. In seiner Zeit legen 15 Mitbrüder die Profess ab.

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1644

Abt Urban gründet das Gymnasium und lässt unter anderem in Frauenberg an der Enns einen barocken Pfarrhof errichten. Im selben Jahrhundert florierte eine Stickereischule unter dem aus Kopenhagen stammenden Frater Benno Haan, aus der eine Sammlung prachtvoller, barocker, liturgischer Textilien hervorgegangen ist. Im Zuge der regen Bautätigkeit in der Barockzeit begann der Architekt Johann Gotthard Hayberger um 1735 mit einem großzügigen Umbau der Klosteranlage, der vom Grazer Baumeister Josef Hueber weitergeführt wurde.

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1675

In diesem Jahr wird mit Adalbert Heufler zu Rasen und Höhenbühel ein großer Förderer der Wallfahrtskirche Frauenberg an der Enns zum Abt gewählt.

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1680

Der Weihnachtsornat
Das kirchliche Festtagsgewand besteht aus purer Seide und wurde 1680 von Frater Benno Haan gefertigt. Es ist ein Set, das vierzehn Textilien umfasst.

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1712

1712 ließ Abt Anselm Luerzer von Zechenthal das alte Refektorium schleifen und errichtete an gleicher Stelle einen neuen klösterlichen Speisesaal.

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1726

In diesem Jahr beginnt der für Admont wichtige Künstler Joseph Stammel seine Arbeit.
Die vier letzten Dinge:
Die vier überlebensgroßen Standfiguren werden von ausgeprägter Gestik und Mimik bestimmt. Sie stellen den Tod, die Auferstehung (zugleich das Gericht), die Hölle und den Himmel dar. Die Admonter Weihnachtskrippe ist eine von Josef Stammel geschaffene barocke Weihnachtskrippe in der Stiftskirche Admont. Die Admonter Weihnachtskrippe ist traditionell nur zur Weihnachtszeit, von der Christmette am 24. Dezember bis zum Fest Mariä Lichtmess am 2. Februar, geöffnet.

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1776

Die im Jahr 1776 fertiggestellte Stiftsbibliothek wurde in der Vergangenheit als „Achtes Weltwunder“ bezeichnet, sie ist der weltweit größte klösterliche Büchersaal. Das bauliche Konzept stammt vom Architekten Josef Hueber, die Deckenfresken von Bartolomeo Altomonte, der Skulpturenschmuck vom Bildhauer Josef Stammel. Die ganze Konzeption steht exemplarisch im Zeichen der Aufklärung: Licht wurde mit Erkenntnis gleichgesetzt und sollte die Klosterbibliothek durchströmen.

Der Büchersaal beherbergt ca. 70.000 Exemplare, der gesamte Bücherbestand des Stiftes umfasst 200.000 Bände. Darunter befinden sich über 1400 teilweise mittelalterliche Handschriften sowie knapp 1000 Inkunabeln und Frühdrucke.

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1865

Ein großer Brand zerstört 1865 weite Teile des Klosters mit Ausnahme der Bibliothek. In den Folgejahren wurden die Stiftsgebäude zum Großteil wieder aufgebaut. Die Admonter Stiftskirche wurde auf den alten Fundamenten wieder errichtet und ist der erste große neugotische Sakralbau Österreichs

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1938

Zu Beginn des Jahres 1938 war die stiftische Wirtschaft stabil und konsolidiert. Wohl bereits in Voraussicht einer anbrechenden schwierigen Zeit wählte der Konvent P. Bonifaz Zölss zum Abtkoadjutor mit dem Recht der Nachfolge. Am 4. Mai 1938 wurde ihm in der Stiftskirche die Abtsbenediktion erteilt, und im Juni konnte man noch die Bestätigung der Verehrung der Stifterin Hemma von Gurk als Heilige in festlicher Form begehen. Dies waren die letzten beiden Freudenfeste einer freien Ordensgemeinschaft. Am 19. Juli 1938 erschien die Gestapo im Stift und stellte dieses unter kommissarische Leitung. Den Ordensmännern wurden sämtliche Schlüssel abgenommen, sie wurden verhört, zum Teil verhaftet und die leitenden Mönche in Wirtschaft, Forst und Landwirtschaft ihrer Ämter enthoben. Die Museen und Sammlungen wurden gesperrt, die Stiftsbibliothek versiegelt. Diese Treuhandverwaltung, unter dem kirchenfeindlichen Obersturmbandführer Hubert Erhart, der auch das Stift St. Lambrecht leitete, wirkte sich zum Beispiel dahingehend aus, dass Abt Bonifaz für jede noch so selbstverständliche Kleinigkeit schriftlich um Erlaubnis ansuchen musste.

Bald nach der Übernahme durch die Treuhandverwaltung wurde am 16. August 1938 das Gymnasium geschlossen. Eine nationalsozialistische, militärisch orientierte Franz Ebner Oberschule für Knaben wurde im Stift eingerichtet und dafür der gesamte Nordtrakt, die Obergeschoße des Westtraktes (heute Prälatur) und des Osttraktes verwendet. Dabei wurden „bauliche Veränderungen größten Umfanges vorgenommen. [...] Bauschutt wurde aus den Fenstern in den Hof geworfen, so dass dort ein ungeheurer Schutthaufen lag.“

Um das Stiftsgebäude wohnlich für die Kommissare der Gestapo, deren Familien und Hunde sowie für die Lehrerschaft einzurichten, wurden auf Befehl die Klausur, die Chorkapelle und das Refektorium geräumt. Der Konvent siedelte in den Halbstock (heute Gästetrakt) und in einzelne Räume des 2. Geschoßes im Osttrakt. Dort wurde allerdings am Gang eine Trennmauer aufgerichtet, sodass der Konvent nicht mehr durch das Haus zur Stiftskirche und zum Oratorium gelangen konnte, sondern durch den Hof gehen musste. Eine Bitte des Abtkoadjutors, dass der Konvent (gerade im Winter) den Gang des Nordtraktes beschreiten durfte, wurde abgelehnt. Die wenigen ihnen verbliebenen Räumlichkeiten waren durch Wasserleitungsschäden, hervorgerufen durch die massiven Um bauten im Stockwerk darüber, feucht und beschädigt. „Im Wohntrakt der Stiftskapitulare sind Bilder und Möbel auf den Gängen unfachgemäß gestapelt, durch das Herauswerfen des Bauschuttes vollkommen verstaubt und dadurch schwerst beschädigt.“ Mit 9. September 1938 wurde der gesamte Stiftsbesitz als „staats- und volksfeindlich“ deklariert und beschlagnahmt. Dr. Karl Garzarolli-Thurnlackh, Vorstand der Landes-Bildergalerie am Landesmuseum Joanneum, berichtete nach einem Dienstbesuch in Admont, dass am 17. und 18. Oktober 1938 Sprengungen an den Fundamenten der Bibliothek stattfanden, um einen großen Magazinraum und Garagen für Autos einzurichten. Diese Sprengungen wurden auf seinen Befehl hin ab gebrochen. Der Direktor der Franz Ebner-Oberschule, Prof. Schweiger, bewohnte die Prälatur des Abtes Bonifaz (Nordtrakt 2. Stock). Dieser hatte die Absicht, die beiden im Stiegenhaus befindlichen, lebensgroßen Steinfiguren Josef und Maria, zwei Werke von Stammel, entfernen zu lassen. Auch das konnte verhindert werden, aber beide Meisterwerke wurden für Jahre mit Holzläden verschalt. Garzarolli-Thurnlackh berichtete außerdem, dass die Zimmer der zwischenzeitlich inhaftierten Patres Ambros Löffler und Ubald Welli „den Zustand unbeschreiblicher Devastierung aufwiesen. Möbelstücke, Kleidung und vor allem Wäsche waren offen - sichtlich den Räumen entnommen.“

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1939

Nur mehr neun Benediktiner lebten zusammengepfercht im beschlagnahmten Stiftsgebäude. Andere Patres waren bereits des Landes verwiesen oder mussten in Pfarrhöfen Unterschlupf finden. Die Verbliebenen durften weder die Gärten noch andere Räume des Stiftes (wie die Bibliothek) betreten. Dennoch hielt man das gemeinsame Gebet in einer schlichten und notdürftig eingerichteten Chorkapelle, ein kleines Zimmer diente als Refektorium. Das Essen wurden noch gnadenweise von der Stiftsküche bereitet, auch wenn es hier dauernd zu Problemen und Sticheleien kam. „Das Stift war zu einer abgeschlossenen Naziburg geworden.“

Erneut plante Treuhandverwalter Erhart eine räumliche Beschränkung des Konvents. Abt Bonifaz, der sich immer noch als Hauseigentümer verstand, wehrte sich selbstverständlich dagegen, da die wenigen dem Konvent verbliebenen Räumlichkeiten bereits jetzt zu klein waren und eine Aufnahme von Novizen nicht mehr durchführbar gewesen wäre. Außerdem war für ihn fraglich, ob „man die Zusammenpferchung des Konventes und der beiden Äbte in dem niedrigen Halbgeschoss des 1. Stockes noch als standesgemäß ansehen kann.“ So konnte der Abtkoadjutor dem Prior des Schottenstiftes am 23. Juni 1939 nur berichten: „Die Hälfte der Konventwohnungen und das Refektorium musste an das NS-Erziehungsheim und für Privatwohnungen der Professoren abgetreten werden. [...] Ein geordnetes monastisches Leben mit Klausur ist in den gegebenen Verhältnissen nicht mehr möglich.“

Nachdem bereits der Großteil der Handschriften und Inkunabeln nach Graz abgeliefert worden war, kam es im Mai 1939 zum Abtransport der wert - vollen Paramente, des Kirchensilbers, später auch der Gemälde und Statuen. Weder Abt Bonifaz noch der Konvent wurden darüber in Kenntnis gesetzt.

Mit Verfügung der Gestapo wurde am 19. November 1939 die vollständige Enteignung des gesamten beweglichen und unbeweglichen, mittelbaren und unmittelbaren Vermögens des Benediktinerstiftes Admont zu Gunsten des Deutschen Reiches bzw. des Landes Steiermark vollzogen. Der noch anwesende Konvent hatte bis 1. Jänner 1940 das Kloster zu verlassen.
„Zu Weihnachten hielt Abt Bonifaz das letzte Pontifikalamt im altehrwürdigen Münster, das nun verwaist, dem Gräuel der Verwüstung preisgegeben wurde. [...] Als Zeichen der Hoffnung und Zuversicht hing in der Stiftskirche zu Admont zum ersten Male der Adventkranz.“ Der Konvent von Admont hatte sich trotz Exils nicht aufgelöst, „sondern bestand als geistiger Verband weiter“. Abtkoadjutor Bonifaz leitete von Kremsmünster, später St. Gallen aus die Ordensgemeinschaft, gerade durch die bereits erwähnten „Rundbriefe“. Nur die Pfarrgeistlichkeit von Admont, Pfarrer P. Tassilo, Kaplan P. Blitmund und Mesner Br. Karl blieben zurück, in einem Raum neben der Stiftskirche. Die letzten drei in Admont verbliebenen Benediktiner ...
Quellen: Pfarrchronik Admont, 1. Teil
AT-ABBA A-510
AT-ABBA A-511
AT-ABBA A-518

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1940

Es erfolgte am 19. November 1939 die vollständige Enteignung des gesamten beweglichen und unbeweglichen, mittelbaren und unmittelbaren Vermögens des Benediktinerstiftes Admont zu Gunsten des Deutschen Reiches bzw. des Landes Steiermark. Der noch anwesende Konvent hatte bis 1. Jänner 1940 das Kloster zu verlassen. Die Gemeinschaft der Benediktiner von Admont fand in den verschiedensten Pfarren des Stiftes und auch in anderen, noch nicht beschlagnahmten Klöstern eine Zuflucht. Als letzter Benediktiner blieb P. Tassilo Riegler, der als Pfarrer von Admont unter schwierigen Umständen die Seelsorge vor Ort ausübte. Da 1941 auch das Stift Kremsmünster vom nationalsozialistischem Regime in Besitz genommen wurde, übersiedelte der seit Jänner 1940 dort lebende Admonter Abt Bonifaz Zölss wieder in die Steiermark, nämlich in den Pfarrhof von St. Gallen. Dort lebte er seinen äbtlichen Wahlspruch voll und ganz aus: „Monasterio et fratribus“ – für Kloster und Brüder; er versuchte durch seine zahlreichen Rundschreiben, die er mit einer alten Schreibmaschine verfasste, die verstreute Klostergemeinschaft zusammenzuhalten. In diesen Jahren setzte Abt Bonifaz sowohl Pfarrer oder Kapläne in den Admonter Pfarren ein oder ab, informierte die Brüder über das Wohlbefinden der im Exil lebenden Patres und ließ sogar innerklösterliche Gremien wie den Seniorenrat wählen. Auch wenn das Klostergebäude in Admont nicht mehr bewohnt werden durfte, sondern diversen parteipolitischen Zwecken diente, so blieb der Konvent als geistliche Gemeinschaft bestehen. Dies ist nur der Person des Abtes Bonifaz Zölss zu verdanken!
Das Leben in den Pfarren des Stiftes Admont verlief unter schwierigsten Umständen, da die einzelnen Seelsorger streng kontrolliert und bespitzelt wurden. Da sämtliche Grundstücke und Wälder des Stiftes und der Pfarren beschlagnahmt waren, fehlte es in allen Pfarren an Heizmaterial im Winter. Dies bestätigt Abt Bonifaz in einem schriftlichen Gesuch vom 13. September 1941 an den Treuhandverwalter des (ehemaligen) Stiftes Admont. Darin erbittet er für sich und gegen Bezahlung aus den stiftischen Wäldern etwas Holz, da die Räume im Pfarrhof St. Gallen hoch und weit sind und die Winter kalt. Obersturmanführer Erhart genehmigte gnadenhalber das Ansuchen des vormaligen Besitzers der Waldungen.
1940 wurde im ehemaligen Klostergebäude eine „Reichsforschungsanstalt für alpine Landwirtschaft“ eingerichtet, und mit der im Stift befindlichen nationalsozialistischen Oberschule kam es in den folgenden Jahren zu zahlreichen Umgestaltungen und Zerstörungen am Gebäudeinneren durch die darin wohnenden Familien sowie durch das Personal der Treuhandverwaltung. Nicht einmal die Kunstwerke des bedeutenden Barockbildhauers Josef Stammel blieben davon unberührt: Die beiden Steinskulpturen, Maria und Josef, die sich (bis heute) im Stiegenhaus des Nordtraktes befinden, sollten entfernt werden. Die christliche Ikonographie widersprach dem nationalsozialistischen Gedankengut. Die Denkmalbehörde konnte dies verhindern, und so vermauerte man die beiden barocken Kunstwerke hinter Heraklitplatten. Weniger schonend ging man mit den beiden Kapellen, auch Werke des Josef Stammel, im Klostergarten um. Kurz vor Fronleichnam 1941 überfielen einige Schüler der nationalsozialistischen Oberschule auf Wissen und Ansporn ihrer Lehrer die Kapelle des hl. Benedikt, zertrümmerten die lebensgroße Sandsteinstatue des Heiligen und vergruben die Reste.

Gleichzeitig wurde der gesamte Konventgarten umgegraben und partiell gerodet. 1943 stürmte die Admonter Hitlerjugend sogar die Äbtegruft und die Kapitelgruft unter der Stiftskirche, weil man sich bei den Leibern der Toten irgendwelche Reichtümer erhoffte...
Einige tausend medizinische und botanische Werke der Stiftsbibliothek wurden 1941 entwendet und von der SS in das Konzentrationslager Dachau gebracht. Hier dienten sie als wissenschaftliche Grundlage in der „Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung“. Die Bücher kamen zwar nach dem Krieg wieder nach Admont zurück, tragen aber bis heute den Stempel des KZ's Dachau.

1942 und 1943 wurden für die Stiftsbibliothek einige Luftschutzmaßnahmen und Brandwachen für etwaige Fliegerangriffe vorgeschrieben. Auch Flüchtlinge und Verwundete aus Kriegsgebieten fanden dort eine temporäre Unterkunft. Die Buchbestände – die noch in Admont waren – wurden einfach in der Bibliothek gestapelt.
Bis heute ungeklärt ist die Ursache des Brandes von Schloss Kaiserau, am 3. September 1942. Die kunsthistorisch wertvollen Innenräume des Schlosses, mit zahlreichen Wandmalereien des 18. Jahrhunderts, wurden durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen, da keine Löschmaßnahmen seitens der nationalsozialistischen Gemeindeverwaltung Admont getroffen wurden. Man ließ das Barockschloss abbrennen und riss anschließend das noch bestehende stark beschädigte Mauerwerk nieder. Stattdessen wurde eine typische NS-Baracke an gleicher Stelle errichtet. Nach dem Krieg wurde das Schloss in einfacher und verkleinerter Form wieder aufgebaut. Im selben Jahr wurden – wie überall im nationalsozialistischen Deutschland – die Kirchenglocken abgenommen, um sie für Rüstungszwecke einzuschmelzen. Die große, fünf Tonnen schwere Glocke der Stiftskirche, die „Blaserin“, wurde dabei einfach vom Turm geworfen und zersprang.

Insgesamt waren von den Admonter Patres in den Jahren 1940 bis 1945 zwei kreisverwiesen, fünf hatten Gauverbot, einer war überhaupt des Reiches verwiesen. Fünf Patres und drei Laienbrüder waren – ohne Angabe von Gründen und Verurteilung – für längere Zeit in Haft. P. Rupert Pilz, P. Giselbert Freitag und drei Laienbrüder wurden zum Soldatendienst an der Front verpflichtet.

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1945

Der Zweite Weltkrieg endete in Europa am 8. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht. Russische Truppen erreichten in weiterer Folge über Hieflau kommend Admont, während die britische Armee über Liezen, Selzthal und Frauenberg zog und das Tal nördlich der Enns besetzte. Im allgemeinen Chaos flüchteten viele ehemalige Wehrmachtssoldaten oder auch Anhänger der NSDAP.

Die Pfarrchronik Admont berichtet von zahlreichen Plünderungen: „Auf den Almhütten findet man viele Waffen und Munition. [...] Der Bahnhof war übersät mit Helmen, Monturen und Waffen, ebenso der Stiftshof, viele Straßen, besonders nach Frauenberg und Weng durch Autos und Panzerwägen versperrt.“ Das Klostergebäude von Admont war ab 1938 im Sinne des nationalsozialistischen Gedankengutes zweckentfremdet, Wohnungen für Bedienstete der „Reichsforschungsanstalt“ und der Lehrerschaft der Oberschule installiert, die Benediktinermönche vertrieben, sowie Teile der wertvollen Kunstsammlungen und der Handschriften- und Buchbestände in alle Windrichtungen verstreut. Auch nach dem Kriegsende bewohnten diese Familien und Einzelpersonen weiterhin das Stiftsgebäude.
Die Räumlichkeiten des Klosters waren in keinem guten Zustand, viele bauliche Eingriffe waren durch die Bewohner in den Jahren des Krieges geschehen. Der „Ennstaler“, in seiner Ausgabe vom 4. November 1945, berichtete: „[...] Möbel und andere Einrichtungsgegenstände waren zu beschaffen. Denn das Haus, das sich die Nazis einst mit voller Einrichtung angeeignet hatten, war von ihnen für ihre eigenen Zwecke umgebaut und die Einrichtung zu einem großen Teil verschleppt worden.“

Die Rückgabe des enteigneten Eigentumes und Stiftsbesitzes an den Konvent der Benediktiner gestaltete sich noch Monate nach dem offiziellen Kriegsende mühsam, erschwert durch zahlreiche bürokratische und juristische Hürden. Abt Bonifaz Zölss hatte viele Behördenwege zu absolvieren, um die enteigneten oder von den Nazis veräußerten Güter des Klosters und der Betriebe wieder zu vereinen. Außerdem musste der Prälat die vielfach zerstreut lebenden Konventmitglieder wieder heimholen, was sich ebenfalls als nicht ganz einfach darstellte.
Am 17. Oktober 1945, nach sechs Jahren Verbannung, erfolgte schließlich der feierliche Wiedereinzug der Admonter Benediktiner in ihr Vaterhaus. Da es keine Glocken in den Türmen gab, denn diese waren 1942 für Kriegszwecke abgenommen worden, erklang ein Geläute von Schallplatten, „das der Sender Alpenland in entgegenkommender Weise von den Türmen der Stiftskirche herab ertönen ließ“ (Ennstaler). Am Kirchenportal wurden Abt Bonifaz, die anwesenden Benediktiner, sowie zahlreiche Ehrengäste und die Admonter Bevölkerung von Pfarrer P. Tassilo Riegler begrüßt, der in den Kriegsjahren als einziger zurückgebliebener Benediktiner an diesem Ort wirken durfte. Unter den Klängen der Orgel erfolgte der Einzug in die geschmückte Kirche und das Pontifikalamt mit Abt Bonifaz, das musikalisch vom Kirchenchor Admont mit der „Cäcilienmesse“ von Josef Gruber gestaltet wurde. Die Festpredigt an diesem besonderen Tag der Stiftsgeschichte hielt Prior Dr. P. Hildebert Tausch. Mit dem sinnreichen Satz „Wir sind wieder da“ brachte er die Freude zum Ausdruck, dass der Konvent der Benediktiner in die Heimat zurück kehren konnte. Er dankte insbesonders Gott, denn dieser hat „unser Haus behütet vor den Zerstörungen des Krieges“, der aber „auch uns beschützt [hat] in unserer Verbannung.“ P. Prior dankte auch der Admonter Bevölkerung, für die Treue zur Kirche und zu ihrem Pfarrer P. Tassilo in den Zeiten des Krieges. Dann legte der Prior den Sendungsgedanken der Admonter Benediktiner dar, anhand des Grundsatzes „Ut in omnibus glorificetur Deus - In allem soll Gott verherrlicht werden“ und des berühmten „Ora et labora - Bete und arbeite“: die Verherrlichung Gottes durch Gebet und Arbeit, wie sie an diesem Ort seit rund 900 Jahren begangen wurde. Das Stift sollte wieder eine Stätte des Gebetes werden, in den Anliegen der Kirche und aller ihm anvertrauten Menschen mit ihren Sorgen und Mühen. P. Prior Hildebert erwähnte aber auch Admont als eine Stätte der Arbeit und der Wissensvermittlung, als pastorales Zentrum für die vielen inkorporierten Pfarren. Der Wiedereinzug der Benediktiner sollte nicht nur eine Fortsetzung des vorhergehenden Wirkens sein, sondern auch „der Anfang von etwas Neuem“: Jugendseelsorge, Herz Jesu-Verehrung aber auch die Verehrung der Gottesmutter Maria, des Klosterpatrons Blasius und der Stifterin Hemma von Gurk sollten „neuen Antrieb erfahren“. Außerdem, so der Prior, wäre es „der besondere Plan unseres hwst. Herrn Abtes, unser altes Marienheiligtum in Frauenberg einer gründlichen Renovierung und Verschönerung zu unterziehen, sobald die Verhältnisse es gestatten.“

Mit Blick auf die nationalsozialistische Terrorherrschaft und die Leiden des Krieges schloss der Prior seine Predigt: „Wir haben es in den sieben vergangenen Jahren erfahren, wohin ein Aufbau ohne Gott führt: zur Erniedrigung, ja Vertierung [sic!] des Menschen, zur allgemeinen Vernichtung, zur Zerstörung aller Kultur. Bleibenden Bestand kann nur haben, was auf Gott gegründet ist.“

Mit einem von Herzen kommenden „Großer Gott wir loben dich“ endete der Gottesdienst in der Stiftskirche, die, wie der „Ennstaler“ berichtete, seit langer Zeit „nicht mehr so viele Besucher gesehen [hatte] wie an diesem Festtag“. Im Anschluss an den Gottesdienst erfolgte eine gelungene Überraschung: Vertreter der britischen Militärregierung und der steirischen Landesregierung gaben den Gebhardsstab (aus dem 12. Jahrhundert) an Abt und Konvent zurück, der nach der nationalsozialistischen Übernahme des Klosters mit zahlreichen anderen Kunstwerken nach Graz geschafft worden war. Dieses älteste Symbol der Klostergemeinschaft von Admont war nun wieder in den Händen der Mönche und bedeutete für sie eine deutliche Ermutigung zum Neubeginn. Im Oktober erfolgte auch die Eröffnung des Stiftsgymnasiums mit einer ersten und dritten Klasse und insgesamt über 100 Schülern.

Quellen:
Pfarrchronik Admont, 1. Teil
AT-ABBA A-517
AT-ABBA A-518

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1956

Koloman Holzinger OSB, geboren am 13. Jänner 1915 in Bad Hall, war ein Benediktiner und von 1956 bis zu seinem Tod 1978 Abt des Benediktinerstiftes Admont. Ursprünglich dem Stift Kremsmünster angehörig diente er als Soldat im zweiten Weltkrieg. Nach seiner Priesterweihe 1940 folgten verschiedene pastorale Aufgaben, bis er 1956 zum Abt Von Admont gewählt wurde. in seiner Amtszeit brachte er zahlreiche Erneuerungen im geistlichen, personellen und wirtschaftlichen Bereich des Stiftes voran.

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1974

Zum 900. Geburtstag errichtet das Stift ein neues Schulgebäude in Admont. Seit diesem Jahr werden auch Mädchen aufgenommen.

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1996

Bruno Hubl wird zum Abt gewählt. Im Kloster wurde er 1978 von Abt Benedikt Schlömicher zum Prior ernannt, daneben war er Novizenmeister und Mitglied in verschiedenen liturgischen Kommissionen. Nach dem plötzlichen Rücktritt von Abt Benedikt Schlömicher wurde P. Prior Bruno Hubl von den Mönchen der Abtei Admont am 1. August 1996 zum Abt gewählt. Die Benediktion empfing er am 1. September 1996 in der Stiftskirche durch Bischof Johann Weber.
Er war bis 2009 Mitglied des Präsidiums der Österreichischen Benediktinerkongregation und hat einen Sitz in diversen diözesanen und überregionalen Gremien. In seine Amtszeit fallen die Restaurierung weiter Teile des Stiftskomplexes sowie der weltberühmten Klosterbibliothek, aber auch der Bau des neuen Museums und des Hauses der Begegnung in Graz, welches am 6. Oktober 2002 eröffnet wurde.
Am 23. März 2009 erklärte Abt Bruno seinen Rücktritt. Bei der Abtwahl am 27. April wurde er jedoch wiedergewählt. Am 30. April nahm er sein Amt, nach drei Tagen Bedenkzeit, erneut an. Er betonte in seiner Dankesrede, dass ihm der Rücktritt ernst war. Das Vertrauen seiner Mitbrüder bewog ihn jedoch dazu, erneut das Amt als Abt anzunehmen.“

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2003

Das Benediktinerstift Admont beherbergt neben einer spätbarocken Stiftsbibliothek seit 2003 ein großes Museum, das sich in zwei Gebäudetrakten über vier Geschosse erstreckt. Die Exponate umfassen mittelalterliche Handschriften und Frühdrucke, Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart sowie eine naturhistorische Sammlung. Daneben werden eine multimediale Stiftspräsentation, Sonderausstellungen und eine Panoramastiege angeboten.

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2008

Bibliotheksrestaurierung: Ein Jahrhundert-Projekt wurde erfolgreich abgeschlossen. Seit der Fertigstellung des Bibliothekssaales im Jahr 1776 wurden noch niemals vergleichbare Arbeiten durchgeführt: In drei großen Arbeitsphasen während der Jahre 2004 bis 2008 wurden alle Bestände aus Stein und Metall, die Deckenfresken, der gesamte Skulpturenschmuck sowie sämtliche Bestandteile aus Holz restauriert. Der gesamte Buch-Bestand von etwa 70.000 Stück wurde gereinigt und auf seine Schäden hin untersucht. Über 5.000 Bücher wurden restauriert. Während dieser Restaurierungsphase blieb die Stiftsbibliothek Admont für die Besucher zugänglich.

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2015

Der gesamte Buchbestand der barocken Stiftsbibliothek wird nach einer notwendigen Begasung (Schädlingsbefall) gereinigt. 70.000 Bücher werden fachgerecht gereinigt und neu geordnet. Das Projekt soll 2016 abgeschlossen werden.

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2017

Unter dem Vorsitz des Abtpräses der Österreichischen Benediktinerkongregation Christian Haidinger wurde Abt Gerhard Hafner am 25. Jänner 2017 zum 68. Abt des Benediktinerstifts Admont gewählt. Dieses Amt trat er am 17. März 2017, dem siebzigsten Geburtstag seines Vorgängers Abt Bruno Hubl, an. Seine Benediktion fand am 23. April 2017 in der Stiftskirche Admont statt.

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